Neue Gewalt in senegalesischer Krisenregion Casamance

Die Ermordung von 13 Jugendlichen hat die Spannungen in der südsenegalesischen Krisenregion Casamance wieder schlagartig wachsen lassen. Die Jugendlichen wurden beim Holzsammeln von Bewaffneten erschossen. In der Region sind Rebellen aktiv

Die Erschießung von 13 Jugendlichen hat die südsenegalesische Krisenregion Casamance nach Jahren der Ruhe erschüttert. Die Jugendlichen wurden am Samstag beim Holzsammeln von Bewaffneten erschossen, wie ein Sicherheitsvertreter sagte. Staatschef Macky Sall verurteilte einen Angriff von "seltener Grausamkeit" und berief eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrats zu der Region ein, in der Rebellen aktiv sind. Die Täter müssten gefasst und zur Verantwortung gezogen werden, forderte Sall.

Die Rebellengruppe Bewegung der Demokratischen Kräfte der Casamance (MFDC) hatte 1982 Kämpfe für eine Unabhängigkeit der Region im Süden des Senegal begonnen. In den vergangenen Jahren blieb die Lage aber ruhig, auch wenn noch kein endgültiges Friedensabkommen geschlossen wurde.

Ein Armeesprecher sagte am Wochenende, es habe zuletzt keine "Spannungen, keine Warnzeichen" gegeben. "Es ist zu früh zu sagen, ob die Angreifer der MFDC angehören, das werden die Ermittlungen zeigen." Die senegalesische Nachrichtenagentur APS berichtete, die ermordeten Jugendlichen hätten womöglich eine Pufferzone zwischen Stellungen der Armee und der Rebellen durchquert.

Ein Überlebender der Attacke berichtete im Radio, er sei von zwei Bewaffneten gestoppt und zu einer Gruppe anderer Verschleppter gebracht worden. "Sie haben uns gezwungen, unsere Schuhe auszuziehen und uns hinzulegen, dann haben sie auf uns geschossen." Er selbst sei dabei nicht getroffen worden.

Nach Armeeangaben gab es bei der Attacke neben den 13 Toten auch sieben Verletzte. Die Armee entsandte 150 Soldaten, um die Toten und Verletzten zu bergen und die Angreifer zu fassen.