Wie eine neue Generation den Radsport auf den Kopf stellt

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Wie eine neue Generation den Radsport auf den Kopf stellt
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Wie eine neue Generation den Radsport auf den Kopf stellt

Wie sich die Bilder gleichen.

Sowohl am Mont Ventoux in der vergangenen Woche als auch am Col de Portet am gestrigen Mittwoch: Während Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard schon längst im Ziel sind, haben Chris Froome, Geraint Thomas und Vincenzo Nibali noch eine Menge Wegstrecke vor sich. (Alles Wichtige zur Tour)

Es sind mehr als nur Momentaufnahmen: Die alten Tour-Helden haben ausgedient, eine neue Generation hat die Herrschaft im Radsport übernommen. Die Pogacars und Vingegaards bei der laufenden Frankreich-Rundfahrt, aber auch die Evenepoels und Bernals - die jungen Wilden fallen durch sagenhafte Frühreife auf.

"Chris Froome ist immer noch ein großer Champion", sagte der 22 Jahre alte Pogacar. Und man wollte ihm die ernsthafte Bewunderung für einen der erfolgreichsten Profis der Geschichte durchaus abnehmen. Doch wenn der viermalige Toursieger Froome (36) beharrlich an seinem Ziel festhält, wie auch Thomas (35) im kommenden Jahr wieder um das Gelbe Trikot mitfahren zu wollen, hat das etwas von Altersstarrsinn.

"Junge Generation revolutioniert den Radsport"

"Diese junge Generation bricht mit allen Regeln, sie revolutioniert den Radsport und lässt uns wie Dinosaurier aussehen", sagte der Franzose Pierre Rolland, der seine zwölfte Tour fährt: "Früher warst du mit 34 noch in der Blüte deiner Karriere..." (Alle deutschen Tour-Etappensieger)

Die Entwicklung ist auffällig. Natürlich gab es immer wieder Ausnahmetalente, die früh die Tour de France gewonnen haben, ein Laurent Fignon mit 22 (1983), ein Jan Ullrich mit 23 (1997), ein Alberto Contador mit 24 (2007). Doch das Paradigma lautete, dass ein Rennfahrer erst eine gewisse Reife und Erfahrung braucht, um eine große Rundfahrt zu beherrschen.

Das ist hinfällig: Nach Thomas' Toursieg 2018 hatte nur ein Gewinner einer großen Rundfahrt die "3" beim Alter vorne stehen - Primoz Roglic triumphierte bei der Vuelta 2020 mit eben 30 Jahren. Der Slowene, der bei dieser Tour aufgeben musste, wird nun schon fast im Jumbo-Visma-Team als Auslaufmodell gehandelt, weil im aktuellen Gesamtzweiten Vingegaard (24) der potenzielle Nachfolger ins Rampenlicht fährt.

"Primoz wird zur Tour zurückkommen, aber das besprechen wir in Ruhe am Saisonende", sagte Sportdirektor Martijn Zeeman. Begeisterung klingt anders. Und zwar so: "Jonas, der am Ventoux sogar Pogacar abgehängt hat, ist einer der Besten, er gibt uns viel Stärke." Sagte auch Zeeman. (Gesamtwertung der Tour)

Junge Fahrer sind auf Angriff gepolt

Es liegt im Trend: Egan Bernal (Jahrgang 1997/Tour 2019, Giro 2021), Tao Geoghegan Hart (1995/Giro 2020), Richard Carapaz (1993/Giro 2019) und Pogacar (1999/Tour 2020) - bis auf Roglic (1989/Vuelta 2019, 2020) waren die Sieger der jüngsten sieben großen Rundfahrten maximal 25 Jahre alt. Bei den 14 davor war es lediglich einer (Fabio Aru/Vuelta 2016).

2022 sollte sich der Trend noch verstärken: Bernal wird zur Tour zurückkehren, Belgiens Wunderknabe Remco Evenepoel sein Debüt feiern und vielleicht mit seinem portugiesischen Teamkollegen Joao Almeida den dann wohl zweimaligen Toursieger Pogacar fordern.

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Dem Rennen kann es nur gut tun: Während vor allem Froome ein Champion der Defensive war, der bei der Tour mitunter nur auf einer Etappe zuschlug und dann die Führung taktisch perfekt verwaltete, sind Instinktfahrer wie Pogacar auf Angriff gepolt.

"Sie sind jung, sie machen Spaß", sagt Rolland: "Und das ist es, was der Radsport braucht."

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