Neue Forsa-Umfrage: Wer könnte Angela Merkels Nachfolge antreten?

Julia Klöckner (rechts), CDU-Vorsitzende aus Rheinland-Pfalz, gilt als eine mögliche Nachfolgerin für Angela Merkel. (Bild: AP Photo)

Mehr als zwei Monate zieht sich die Regierungsbildung bereits hin. Als mögliche Lösung nach dem Jamaika-Aus wird derzeit sogar über Neuwahlen diskutiert. Eine aktuelle Forsa-Umfrage hat sich nun unter anderem damit befasst, wen sich die Basis der CDU als Nachfolger für Kanzlerin Angela Merkel vorstellen könnten.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat 1008 CDU-Mitglieder befragt: Rund 81 Prozent der Mitglieder sind laut der Umfrage, die im Auftrag der Mediengruppe RTL Deutschland erstellt wurde, mit Merkels Arbeit als Parteichefin generell zufrieden. Müssten sie sich jedoch für eine Nachfolge entscheiden, würde wohl auch weiterhin eine Frau die Richtung der CDU angeben.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der CDU Saar, wird als eine mögliche Merkel-Nachfolgerin gehandelt. (Bild: AP Photo)

45 Prozent der CDU-Mitglieder halten Annegret Kramp-Karrenbauer, die Vorsitzende der CDU Saar, für geeignet. 43 Prozent sprechen sich für die Vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, aus. Auf Platz drei folgt Finanzstaatssekretär Jens Spahn mit 36 Prozent der Stimmen. Für den Forsa-Chef, Professor Manfred Güllner, ist die Situation aber klar: „Trotz massiver Kritik am Wahlergebnis und an Angela Merkels Politik- und Führungsstil hat sich das Vertrauen in die Kanzlerin keineswegs aufgebraucht.”

Jens Spahn ist Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen in Merkels Kabinett. (Bild: AP Photo)

Was Christian Lindner wohl von den neuesten Umfrageergebnissen hält? Als der FDP-Chef sich dazu entschied, keine Koalition mit den Grünen und der Union einzugehen, steckte wohl rein politisches Kalkül dahinter. Wohin Lindner die Partei mit dieser Entscheidung führen wollte, ist noch immer unklar. Das Meinungsforschungsinstitut fand heraus, dass die Entscheidung, sich nicht an einer Regierungskoalition zu beteiligen, der FDP schade. Sie rutschte von 10,7 Prozent der Wählerstimmen auf acht Prozent ab.

Bei der CDU/CSU konnte zwar ein Prozentpunkt im Vergleich zur Bundestagswahl gewonnen werden (jetzt: 34 Prozent), viele Wähler deuten das Jamaika-Aus dennoch als Versagen von Union und Parteichefin Merkel. Zwar liegen die Umfragewerte der Union bislang noch im akzeptablen Bereich, die Stimmung könnte allerdings kippen, wenn sich die Regierungsbildung noch deutlich hinauszögert.