Neue Erkenntnisse zu Poissons Todessturz

Skifahrer David Poisson wurde nur 35 Jahre alt

Der Tod des französischen Skifahrers David Poisson bei einem Trainingssturz in Kanada hat die Ski-Welt geschockt.

Der französische Skiverband selbst hatte bislang keine näheren Einzelheiten zum Unglück in Nakiska veröffentlicht. Doch nun sind neue Details ans Licht gekommen.

Wie die kanadische Polizei der Nachrichtenagentur AP bestätigte, rutschte Poisson durch die Sicherheitsnetze hindurch und kollidierte mit einem Baum.

Ein Insider aus dem Ski-Ressort bestätigte der Schweizer Zeitung Blick den Unfallhergang. Demnach sei Poisson "kurz vor dem Ziel mit rund 100 km/h ausgerutscht und dann durch zwei sogenannte B-Fangnetze hindurch in den Wald hineingeschossen."

"Dort dürfte er ziemlich frontal mit einem Baum kollidiert sein", erzählt der Insider weiter. Ein Rettungsteam soll rund eineinhalb Stunden versucht haben, den Franzosen wiederzubeleben - erfolglos.

Schlechte Sicherheitsvorkehrungen in Nakiska

Ebenfalls vor Ort war das Schweizer Abfahrtsteam, das sich gerade einfuhr, als der Unfall passierte und nach den Franzosen dran gewesen wäre. Doch aus Teamkreisen heißt es, die Schweizer hätten aufgrund der schlechten Sicherheitsvorkehrungen nicht weiter trainieren wollen.

Ein ausländischer Funktionär, der sich mit seinem Team zurzeit im US-amerikanischen Copper Mountain aufhält, bestätigte die schlechte Absicherung in Nakiska. "Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es in Nakiska bezüglich der Sicherung besonders kritisch ist, weil dort einige B-Netze lediglich einen knappen Meter hinter der Waldgrenze stehen."

Allerdings wies ein Offizieller der kanadischen Gebietsleitung gegenüber AP daraufhin, dass die Franzosen selbst für das Training verantwortlich gewesen seien.

"Gefährlicher als die Formel 1"

Michel Vion, Präsident des Französischen Skiverbandes, bezeichnete die Abfahrt in der Mitteilung des Verbandes sogar als "gefährlicher als die Formel 1": "Wir zahlen einen hohen Preis. Davids Tod ist ein Desaster."

Das französische Speedteam bereitet sich derzeit in Nakiska auf die Weltcuprennen am 25. und 26. November in Lake Louise (Abfahrt und Super-G) vor.

Der 35-jährige Poisson, dessen Vater vor 15 Tagen gestorben war, hinterlässt einen Sohn.