Biden kritisiert Defizite im Vorgehen der Trump-Regierung bei Impfungen

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Die künftige US-Vizepräsidentin Kamala Harris bei der Corona-Impfung

Der künftige US-Präsident Joe Biden hat Defizite im Vorgehen der scheidenden Regierung bei den Massenimpfungen gegen das Coronavirus kritisiert. Die Regierung von Präsident Donald Trump falle hinter ihren eigenen Plan zur Verteilung der Impfdosen zurück, monierte Biden am Dienstag. Er kündigte an, dass er nach seinem Amtsantritt am 20. Januar seine gesamte Regierung für die Impfkampagne mobilisieren werde.

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus hatte in den USA Mitte Dezember begonnen. Die Impfung der US-Bevölkerung sei die "größte operative Herausforderung, mit der wir jemals als Nation konfrontiert waren", sagte Biden, der zuvor von Experten über die Corona-Lage gebrieft worden war. Seine Regierung werde sicherstellen, dass "sichere Impfstoffe" gleichmäßig verteilt würden, so dass jeder Bürger unabhängig von Hautfarbe und Wohnort geimpft werden könne.

Der künftige Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Corona-Krise im neuen Jahr in den USA entspannen werde - allerdings nicht rasch. Eine Verbesserung werde vielleicht nicht vor März erkennbar sein. Der Plan seiner Regierung zur Bekämpfung der Pandemie werde "Zeit brauchen", bevor er sichtbare Ergebnisse hervorbringe, sagte Biden.

"Die nächsten Wochen und Monate werden sehr hart sein", warnte der künftige Präsident. Es werde die "vielleicht härteste" Periode für das Land während der Corona-Pandemie werden.

Die künftige Vizepräsidentin Kamala Harris ließ sich am Dienstag live im Fernsehen gegen das Coronavirus impfen. Sie bekam die erste der zwei Impfdosen im United Medical Center in einem Viertel der Hauptstadt Washington Bevölkerungsanteil verabreicht. Harris warb dabei um Vertrauen in die Impfung: "Ich möchte die Menschen daran erinnern, dass man sich in seiner eigenen Gemeinde impfen lassen kann, wo man den Impfstoff von Leuten erhält, die man vielleicht kennt."

Der Anteil der Afroamerikaner an den Corona-Toten und -Infizierten in den USA ist unverhältnismäßig hoch. Umfragen zufolge ist zugleich die Impfskepsis in dieser Bevölkerungsgruppe sehr ausgeprägt.

Die USA sind das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Rund 19,3 Millionen Menschen infizierten sich dort bislang mit dem Virus, mehr als 335.000 Menschen starben nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität im Zusammenhang mit der Infektion.

Inzwischen wurde auch die neue und offenbar ansteckendere Variante des Coronavirus erstmals in den USA festgestellt. Die Mutation wurde bei einem 20-jährigen Patienten im Bundesstaat Colorado diagnostiziert, wie der dortige Gouverneur Jared Polis über den Onlinedienst Twitter mitteilte. Der Mann befinde sich im Verwaltungsbezirk Elbert in Quarantäne. Er sei nicht auf Reisen gewesen.

dja