Neue Corona-Variante C.1.2 aus Südafrika hat 59 Mutationen — und verändert sich besonders schnell

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Ein Coronavirus-Modell auf einem Computerbildschirm.
Ein Coronavirus-Modell auf einem Computerbildschirm.

Experten haben schon lange gewarnt: Je länger das Coronavirus weltweit kursieren kann, umso wahrscheinlicher werden sich früher oder später neue Mutanten entwickeln – die möglicherweise die Variante Delta noch übertreffen, was ihre Übertragbarkeit oder Immunresistenz angeht.

In Südafrika ist nun die neue Genvariante C.1.2 aufgetaucht, die Experten Sorge bereitet. Das National Institute for Communicable Diseases in Südafrika (NICD) hat am 30. August eine Warnung zu ihr herausgegeben – begleitet von einer Preprint-Studie, die noch von unabhängigen Experten begutachtet werden muss. Demnach wurde die Mutante C.1.2 erstmals im Mai 2021 in Südafrika nachgewiesen und ist, wenn auch in geringen Raten, mittlerweile in allen neun Provinzen des Landes nachgewiesen worden.

C.1.2 sei außerdem in sieben weiteren Ländern aufgetaucht, darunter auch in China, Mauritius, Neuseeland und Großbritannien. Die Forscherin Penny Moore vom NICD sagte dem "Ärzteblatt" zufolge, dass die Verbreitung der Mutante aber nach wie vor "sehr ge­ring" sei und Vorhersagen dazu, ob die Variante die bisher zugelassenen Impfstoffe umgehen könnte, bisher nicht möglich seien.

Mehr Mutationen als jede andere Variante bisher

Die neu entdeckte Variante weist der Studie nach mehr Mutationen als jede andere bisher entdeckte Variante auf – nämlich insgesamt 59, ausgehend vom Wildtyp aus Wuhan – und verändere sich auch weiterhin besonders schnell. Diese hohe Mutationsrate ist es, die die Wissenschaftler genau hinschauen lässt.

"Sie enthält eine ganze Reihe von Schlüsselmutationen, die wir in anderen Varianten sehen, die sich zu interessanten oder besorgniserregenden Varianten entwickelt haben", sagte die Wissenschaftlerin Megan Steain von der University of Sydney’s Central Clinical School dazu dem "Guardian". "Jedes Mal, wenn diese speziellen Mutationen auftauchen, möchten wir die Variante im Auge behalten, um zu sehen, was sie tun wird. Diese Mutationen können sich beispielsweise darauf auswirken, ob der Erreger der Immunreaktion ausweicht oder sich schneller überträgt."

Noch erfüllt das Virus nicht die Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), um, als "besorgniserregende" oder "Variante von Interesse" eingestuft zu werden. Das Label "besorgniserregend" wird erst dann vergeben, wenn nachgewiesen ist, dass eine Variante ansteckender oder tödlicher ist oder sich durch sie das Krankheitsbild bzw. die Maßnahmen verändern. Bei "Varianten von Interesse" braucht es zumindest mehrere nachgewiesene Infektionscluster in mehreren Ländern.

https://twitter.com/Karl_Lauterbach/status/1432330194610790410

Beides ist für die die Mutante C.1.2 noch nicht klar. Die Forscher haben hier noch viel zu tun, bevor sie die Variante besser verstehen. Möglich ist aus, dass die Variante nicht "fitter" als die derzeit beherrschende Delta-Variante ist – und damit im Lauf der Zeit einfach wieder verschwindet. "C.1.2 müsste schon ziemlich gut, ziemlich fit und ziemlich schnell sein, um Delta in diesem Stadium zu überflügeln", so Wissenschaftlerin Steain im "Guardian". Nur wenn eine Variante wirklich sehr stark ist, kann sie sich am Ende gegen andere durchsetzen.

Noch aber weiß niemand, wie sich C.1.2 entwickeln wird. SPD-Politiker Karl Lauterbach spricht auf Twitter von einer „potenziell sehr gefährlichen“ Variante. Noch sei aber unklar, ob sie gefährlicher sei als Delta. Er mahnt: "Zeigt aber, wir müssen Afrika Impfstoff geben."

fj

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