Neue App-Idee: Was Kryptowährungen und Blockchains mit Sex zu tun haben

Digitalwährungen wie Bitcoin basieren auf der Blockchain-Technologie. (Bild: Getty Images)

Ein niederländisches Start-up will eine App auf den Markt bringen, mit der Menschen formal bestätigen können, dass ihr Sex einvernehmlich stattfindet. Die Technologie dahinter ist die gleiche, die auch bei Kryptowährungen wie Bitcoin zum Einsatz kommt.

Wie das holländische Tech-Unternehmen LegalThings am Mittwoch bekannt gab, soll demnächst eine App namens „LegalFling“ auf den Markt kommen. Nach der #metoo-Kampagne haben die Tüftler des Start-ups begonnen, an einer Möglichkeit zu arbeiten, die es zwei oder mehreren Sexpartnern ermöglicht, ein formales Einverständnis für einen sexuellen Akt zu tätigen.

Die bindenden Verträge von „LegalFling“ basieren auf der Blockchain-Technologie, mit der aktuell Transaktionen von Kryptowährungen abgewickelt werden. „LegalFling“ zählt somit zum Bereich der „Smart Contracts“ („Intelligente Verträge“). Diese webbasierten Computerprotokolle unterstützen die Abwicklung von Verträgen. Abmachungen werden mittels einer Blockchain-Datenbank juristisch festgehalten.

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Auch für eindeutige Fotos soll es in der App Klauseln geben. (Bild: Getty Images)

Die App solle eine „einfache“ und „amüsante“ Lösung sein, um die oft heiklen Nuancen beim Thema „sexuelles Einverständnis“ zu regeln, wie LegalThings-Mitgründer Arnold Daniels in einer E-Mail gegenüber dem Onlineportal „Business Insider“ bestätigte. Allerdings müsse man noch viel Arbeit in die Umsetzung der geplanten App stecken.

Er erklärte auch, was ein solcher App-Vertrag regeln kann: „Beispielsweise haben Sie Ihr Einverständnis für Nacktfotos gegeben. Im Vertrag ist aber klar festgehalten, dass diese auf Bitte gelöscht werden müssen und nie geteilt werden dürfen. Wenn Sie sich nicht an die Vereinbarung halten, müssten Sie eine Geldstrafe von 50.000 Dollar zahlen.“

Der Vorschlag einer App zum sexuellen Einverständnis stößt aber auch auf Kritik. Die Bloggerin Melanie Ehrenkranz von der Plattform „Gizmodo“ schreibt, „LegalFling“ sei „äußerst mangelhaft“ und weit davon entfernt, wie sexuelles Einverständnis wirklich funktionieren sollte. „Ein Vertrag vor dem sexuellen Kontakt signalisiert, dass Einverständnis lediglich einmal auf einer Checkliste abgehakt werden muss. Einverständnis ist jedoch etwas, das bei einer sexuellen Begegnung dauerhaft passiert.“

Mit „LegalFling“ will das Start-up laut Daniels auch auf seine gesamte Spannbreite an Produkten aufmerksam machen und demonstrieren, wie einfach es ist, Verträge über das Smartphone abzuwickeln. LegalThings bietet bereits mehrere „Smart Contract“-Lösungen in anderen Bereichen an.

Kritiker nimmt das Unternehmen ernst. „Wir wollen einen Dialog mit jenen starten, die mehr Kenntnisse in diesem Bereich haben“, heißt es von Daniels. „Das ist ein empfindliches Thema, das wir gerne gut hinbekommen wollen.“

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