Der neue Amazon-CEO hat eine Rate, wie viele Menschen jährlich das Unternehmen verlassen sollen, zeigen interne Dokumente

·Lesedauer: 2 Min.

Amazon hat ein komplexes System zur Leistungsbeurteilung. Eines der Kernstücke von Amazons Beurteilungsprozess ist eine Kennzahl namens "Unregreted Attrition Rate" (URA). Sie gibt den Prozentsatz der Mitarbeiter an, über deren Ausscheiden aus dem Unternehmen die Manager nicht gerade traurig sind - egal, ob sie sich freiwillig oder aus anderen Gründen trennen.

Selbst die höchsten Führungskräfte bei Amazon, einschließlich des neuen CEO Andy Jassy, achten auf die URA, wie aus internen Dokumenten hervorgeht, die Insider erhalten hat. Jassy hat zum Beispiel ein "6-Prozent-Ziel" für die URA. Das bedeutet, dass von ihm erwartet wird, dass er sechs Prozent seines Teams durch "unbedauerliche" Abgänge auf einer scheinbar jährlichen Basis ersetzt. Dies kann Mitarbeiter einschließen, die auf eigenem Wunsch hin gegangen sind, und solche, die wegen schlechter Leistung entlassen wurden. Mehrere Quellen sagen, dass einige Führungskräfte ein URA-Ziel haben, das sogar höher als Jassys sechs Prozent ist.

In einer E-Mail an Insider sagte der Sprecher von Amazon, dass die in diesem Artikel zitierten URA-Ziele "nicht korrekt und irreführend" seien, ging aber nicht auf Einzelheiten ein.

Eine Person, die mit dem System vertraut ist, sagte, dass die Erfassung der URA den Managern hilft, ihre Belegschaft aufzufrischen, indem sie neue Mitarbeiter in das Team bringen und diejenigen aussortieren, die bei Amazon nicht erfolgreich waren.

Andere stehen der Nutzung eher skeptisch gegenüber. Denn wenn weniger Menschen kündigen, als das URA-Ziel vorgibt, werden einige Manager keine andere Wahl haben, als die leistungsschwächsten Mitarbeiter in ihrem Team zu entlassen – selbst wenn diese Mitarbeiter insgesamt gute Leistungen erbringen.

Dieser Faktor ist besonders einschüchternd für Amazon-Mitarbeiter. Sie werden nämlich in einem fünfstufigen Bewertungssystem eingestuft, wie Business Insider zuvor berichtete. Mitarbeiter in der niedrigsten Leistungsstufe könnten Opfer von URA werden, wenn ihre Manager ihre Ziele erreichen müssen.

Andererseits zeigen die internen Dokumente auch, dass Führungskräfte auch eine Metrik namens "bedauerliche Abgangsrate" verfolgen. Sie zeigt den Prozentsatz der Mitarbeiter, über deren Verlust das Unternehmen nicht glücklich ist. Diese Zahl ist aufgeschlüsselt nach Betriebszugehörigkeit, Joblevel und Region sowie nach "Kündigungsgründen".

Ein Amazon-Sprecher sagte Business Insider: "Wie die meisten Unternehmen verfolgen wir die Abgänge, um sicherzustellen, dass wir Muster erkennen und verstehen, was sie bedeuten."

Dieser Text wurde von Hendrikje Rudnick aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.