Der neue alte Albtraum der NBA

Der neue alte Albtraum der NBA
Der neue alte Albtraum der NBA

In der Geschichte des US-Sports gab es schon so manche legendäre Formation. Unvergessen ist beispielsweise die „Legion of Boom“. Von 2012 bis 2018 lehrte die für ihre harte und erfolgreiche Spielweise gefürchtete Secondary der Seattle Seahawks den Gegnern in der NFL das Fürchten.

In der NBA gab es zur selben Zeit ebenfalls eine Mannschaft, an der sich die gegnerischen Teams regelmäßig die Zähne ausbissen. Die Rede ist von den Golden State Warriors. Die Franchise präsentierte von 2014 bis 2019 das sogenannte „Lineup of Death“, später noch als Upgrade das „Lineup of Meagadeath“.

Eine von Head Coach Steve Kerr entwickelte Small-Ball-Aufstellung (tendenziell kleinere und damit wendigere Spieler, Anm. d. Red.), die vielseitig genug war, um größere und schwerer Gegner zu verteidigen und gleichzeitig mit den eigenen Wurf- und Spielmacherfähigkeiten für riesige Probleme beim Gegner zu sorgen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

NBA: Curry und Thompson nach Verletzung wieder zurück

Die Mannschaft um Stephen Curry, Klay Thompson, Harrison Barnes, Andre Iguodala, Draymond Green (“Death Lineup“) und später auch Kevin Durant (“Megadeath“) feierte seinerzeit große Erfolge, beginnend mit dem NBA-Titel der Saison 2014/15, als Golden State in den Finals bereits mit 1:2 gegen die Cleveland Cavaliers zurücklag.

Von 2015 bis 2018 holten die Warriors drei von vier mögliche Meisterschaften, dann torpedierten Thompsons Kreuzbandriss in den Finals 2019 gegen die Toronto Raptors und Durants Abgang nach der 2:4-Niederlage die legendären Lineups der Warriors. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)

Zwei Spielzeiten in Folge verpassten die Dubs sogar die Postseason. Im Januar 2022 gab Thomson endlich sein Comeback - und auch die Warriors sind mittlerweile eindrucksvoll zurück.

In der laufenden Saison steht Golden State nicht nur in den Playoffs, sondern hat sich dort mit einem 4:1 gegen die Denver Nuggets bereits für die zweite Runde qualifiziert. Dafür verantwortlich ist ein neues Death-Lineup.

Die dafür auserkorenen Spieler dieses Mal: Stephen Curry, Klay Thompson, Draymond Green, Jordan Poole und Andrew Wiggins. (DATEN: Alle Tabellen der NBA)

Warriors mit neuem Death Lineup

In der ersten Playoff-Partie gegen Denver standen sie zwar nur fünf Minuten gemeinsam auf dem Parkett, in dieser Zeit erzielten sie aber 14 Punkte mehr als der Gegner.

„Es ist ein beängstigender Anblick, wenn wir richtig in Fahrt kommen“, konstatierte Thompson im Anschluss. „Wir spielen zum ersten Mal wirklich zusammen.“ Auch Teamkollege Jordan Poole äußerte sich und bezeichnete die Aufstellung als „ziemlich tödlich“.

Bei den Warriors kommt – pünktlich zu den Playoffs – alles zusammen. Superstar Steph Curry ist nach seiner Verletzung am Ende der regulären Saison wieder zurück, wenn auch in den ersten Spielen nur als Bankspieler, die Routiniers Thompson und Green sind in Form und Shootingstar Poole hält dem mentalen Druck stand.

Poole als selbstbewusster Shootingstar

Seit 2019 steht der 22-Jährige bei den Dubs unter Vertrag. Seitdem überzeugt er mit der richtigen Arbeitseinstellung und einem erbarmungslosen Willen. Auch sein Playoff-Debüt machte dem Youngster keine Angst. 30 Punkte brachte er in der ersten Partie gegen die Nuggets auf das Scoreboard.

„Wir haben nichts anderes von ihm erwartet“, erklärte Coach Kerr wenig später: „Er hat keine Angst vor den großen Momenten. Er arbeitet jeden Tag, um sich darauf vorzubereiten.“

Thompson, der Poole seit dessen Draft unter seine Fittiche genommen hat, bezeichnete ihn jüngst sogar als „Baby Steph Curry“.

Mit Curry, Thompson und Poole stehen bei den Dubs gleich drei gefährliche Guards auf dem Spielfeld, die einen Wurf nach dem anderen im Korb versenken können. Eine Hommage an alte Zeiten – mit der Aussicht auf Erfolg.

Nächster Playoff-Gegner schlagbar

Mit den Nuggets um MVP-Kandidat Nikola Jokic wurde der erste Gegner bereits souverän aus dem Weg geräumt und auch der nächste Kontrahent dürfte Trainer Kerr nicht unbedingt den Angstschweiß auf die Stirn treiben. So warten in der zweiten Playoff-Runde entweder die Memphis Grizzlies oder die Minnesota Timberwolves. Aktuell führt Memphis mit 3:2.

Übermütig will man bei den Warriors trotz der derzeit exzellenten Bedingungen aber nicht werden, zumal sich das Team im fünften Spiel gegen die Nuggets die ersten 30 Minuten lang durchaus schwer tat. Trotzdem ist man stolz auf das bereits Geleistete.

„Wir sind natürlich noch nicht zufrieden, aber es ist etwas, auf das wir stolz sein können. Vor allem nach den vergangenen beiden Jahren, in denen wir angeschlagen waren und nicht den gesamten Kader zur Verfügung hatten. Jetzt, wo wir endlich so gut wie komplett sind, sind es wieder so tolle Playoffs, und wir freuen uns auf die nächste Runde“, freute sich Thompson, und ergänzte: „Hoffentlich ist das der Beginn von etwas Großem.“

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