Neu veröffentlichte JFK-Akten enthüllen Mordpläne an Fidel Castro

Fidel Castro starb 2016 im Alter von 90 Jahren eines natürlichen Todes. (Bild: AP Photo)

Über fünf Jahrzehnte nach dem Mord an John F. Kennedy hat Donald Trump fast alle Geheimdokumente des Falls freigegeben. Dabei wurden nun auch detaillierte Pläne für den Sturz Fidel Castros bekannt.

In dem Bemühen, für mehr Transparenz rund um den Mord am 35. US-Präsidenten John F. Kennedy zu sorgen, der bis heute von zahlreichen Mythen begleitet wird, hat Donald Trump in der vergangenen Woche über 2.800 bisher geheime Ermittlungsdokumente veröffentlichen lassen.

Neben neuen Details zum Tathergang und Täter Lee Harvey Oswald wurden dabei auch konkrete Pläne zum Sturz des kubanischen Revolutionärs und Regierungschefs Fidel Castro bekannt.

In einem Bericht von 1975 wird etwa erklärt, dass der US-amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA die Mafia mit dem Mord an Castro beauftragen wollte. Im Jahr 1960 wollte die Kennedy-Administration dem bekannten Mafioso Sam Giancana demnach 150.000 US-Dollar bieten, um einen Auftragskiller zu engagieren, der nach Kuba reisen und den Politiker ermorden sollte. Die Mafia bot sogar an, den Auftrag umsonst auszuführen und bekam von der CIA giftige Tabletten, die Castro heimlich mit seinen Getränken eingeflößt werden sollten. Aus den Akten geht jedoch nicht hervor, ob das Gift Kuba jemals erreichte.

Sam Giancana, der Kopf eines in Chicago ansässigen Verbrechersyndikats, arbeitete in den Sechzigern mit der CIA zusammen. (Bild: AP Photo)

Der damalige Justizminister Robert Kennedy, der jüngere Bruder des ehemaligen Präsidenten, war von diesen dubiosen Geschäften alles andere als begeistert: „Justizminister Kennedy erklärt, dass die CIA niemals wieder die Kooperation mit Mafia-Angehörigen erwägen solle, ohne vorher mit dem Justizministerium Rücksprache zu halten, denn es wäre schwierig, solche Menschen in der Zukunft strafrechtlich zu verfolgen“, heißt es in dem Bericht.

Ein weiteres Dokument aus der Kennedy-Ära zeigt jedoch, dass der Regierung der Sturz von Fidel Castro anscheinend nicht viel wert war: In einer „Operation Bounty“ genannten Aktion wollte die Administration Kubanern Belohnungen für den Mord oder die Auslieferung bekannter Kommunisten zahlen. Ziel der Operation war, die kubanische Regierung zu stürzen und Misstrauen und Uneinigkeit zwischen den Kommunisten zu säen.

Mit einer Reihe von Flugblättern wollte die US-Regierung die kubanische Bevölkerung über die Konditionen dieser Aktion informieren. Während für Regierungsmitglieder Zahlungen in einer Höhe von bis zu 100.000 US-Dollar versprochen wurden, sah die Belohnung für den Sturz des Staatsoberhauptes spärlicher aus: „Ein finales Flugblatt ist womöglich ratsam und es soll eine Belohnung von zwei Cent für die Auslieferung von Castro verkünden“, steht in dem Bericht. Das absurd niedrige Kopfgeld für den Máximo Líder dürfte wohl eher als propagandistische Beleidigung gedacht gewesen sein.