Netzwerk hinter Notrufdienst "Alarm Phone" erhält Menschenrechtspreis

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Menschen auf dem Mittelmeer vor der libyschen Küste (AFP/ANDREAS SOLARO)

Das transnationale Netzwerk hinter dem Notrufdienst "Alarm Phone" ist mit dem Menschenrechtspreis von Pro Asyl ausgezeichnet worden. Den Preis nahmen stellvertretend für die Organisation Marion Bayer und Hagen Kopp bei einer Zeremonie am Samstag in Frankfurt am Main entgegen. "Alarm Phone" betreibt eine Hotline für Flüchtlinge, die im Mittelmeer auf Booten in Seenot geraten.

Gegründet wurde "Alarm Phone" 2014. Seitdem nahmen die 200 Mitglieder des Netzwerks nach Angaben von Pro Asyl Notrufe von mehr als 3700 Booten entgegen. Die Ehrenamtlichen sind selbst nicht mit Booten unterwegs, sondern alarmieren die Küstenwache sowie zivile Rettungsschiffe und Tanker in der Nähe. Zudem registriert die Organisation unterlassene Lebensrettungen, systematische Menschenrechtsverletzungen sowie das Zurückschaffen tausender Bootsflüchtlinge in libysche Lager.

"Ohne das 'Alarm Phone' würden viele eklatante Menschenrechtsverletzungen und Todesfälle nicht bekannt", begründete Pro Asyl die Entscheidung. Die Organisation verteidige konsequent das Recht auf Leben, erklärte Pro-Asyl-Stiftungsvorstand Karl Kopp. "Die Arbeit von 'Alarm Phone' ist von herausragender Bedeutung, denn die EU und ihre Mitgliedsstaaten betreiben im Mittelmeer Fluchtabwehr um jeden Preis und eine Politik des Sterbenlassens."

"Alarm Phone" sollte eigentlich bereits im vergangenen Jahr ausgezeichnet werden. Wegen der Corona-Pandemie konnten sie nicht persönlich geehrt werden. Dies wurde nun nachgeholt. Die Stiftung vergibt den Menschenrechtspreis seit 2006 jährlich in Frankfurt am Main. Mit ihm werden Persönlichkeiten geehrt, die sich in herausragender Weise für die Achtung der Menschenrechte und den Schutz von Flüchtlingen einsetzen.

ald/cfm/jm

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