Netzer erklärt: Tuchel-Verpflichtung wäre ein Fehler gewesen

Dennis Ebbecke
90Min

​Dass Günter Netzer mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hält, wissen wir bereits aus seiner Zeit als ARD-Experte. Auch in Bezug auf die Trainer-Entscheidung beim FC Bayern München hat sich der Ex-Nationalspieler nun zu Wort gemeldet. Netzer beglückwünschte den FCB zur Wahl von Jupp Heynckes und erklärte, warum eine Tuchel-Verpflichtung ein Fehler gewesen wäre.

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Der FC Bayern sprach mit Thomas Tuchel, entschied sich letztlich aber doch für Jupp Heynckes als Nachfolger von Carlo Ancelotti. Während der Ex-BVB-Coach für die Münchner eine Unbekannte gewesen wäre, einigten sie sich mit "Don Jupp" auf einen bewährten FCB-Trainer vergangener Tage. Aus Sicht von Günter Netzer war dies für den Moment die genau richtige Entscheidung, wie der 73-Jährige im Welt am Sonntag-Gespräch verriet.

Netzer ging es in Bezug auf seine Zweifel an Tuchel vor allem um den Zeitpunkt: "Tuchel jetzt zu holen und ihm jetzt diese Aufgabe aufzubürden, wäre meiner Meinung nach ein Fehler gewesen." Auch der Ballast, den Thomas Tuchel mit sich trage, als menschlich schwierig zu gelten, hätte Netzers Meinung nach Komplikationen mit sich bringen können. Grundsätzlich halte er Tuchel beim FC Bayern aber weiterhin für möglich.

"Er kann auf jeden Fall das, was von ihm gefordert wird"

Günter Netzer und Jupp Heynckes blicken auf eine lange gemeinsame Zeit zurück. Die beiden kennen sich aus ihrer Gladbacher Ära natürlich bestens. Obwohl sie nur ein Jahr auseinanderliegen (Heynckes ist 72), sprach Netzer seinem Weggefährten die größere Willenskraft zu: "Meine Hochachtung vor diesem Schritt könnte nicht größer sein. Ich besitze nicht annähernd so viel Besessenheit und Willen, noch einmal tätig zu werden wie er."

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Netzer bewundert Heynckes' Besessenheit und Willen. - Foto: Getty Images



Auch dem FC Bayern gratulierte Netzer ausdrücklich, da Heynckes dem Verein vor allem Ruhe gebe. Die Altersdiskussion bezeichnete der Experte als "völlig unsinnig". Netzers Begründung: "Er kann auf jeden Fall das, was von ihm gefordert wird. Und das ist, den derzeit aufgewühlten Verein zu beruhigen."