Netz feiert Helden von Las Vegas

Jonathan Smith im Krankenhaus. (Bild: Twitter)

Mindestens 59 Tote und mehr als 500 Verletzte sind die traurige Bilanz des schlimmsten Massakers in der jüngeren US-Geschichte. Während der Massenmörder Stephen Paddock in Las Vegas auf seine Opfer feuerte, wuchsen manche Menschen über sich hinaus. So wie Jonathan Smith.

Bekannt gemacht hat seine Geschichte Heather Long, Korrespondentin der “Washington Post”. Laut ihrem Bericht besuchte Jonathan Smith mit seiner neunköpfigen Familie das Harvest Country Music Festival in Las Vegas, um den Geburtstag seines Bruders zu feiern. Als der Mörder das Feuer eröffnete, nahmen sich die Mitglieder der Familie an den Händen und begannen zu rennen. Smiths drei Nichten aber gingen verloren, weshalb er zurückkehrte, um sie zu suchen.

Er half, bis er selbst getroffen wurde

Dabei schnappte er sich einige Besucher des Festivals, die vor Panik wie erstarrt waren, und brachte sie auf einen Parkplatz in Sicherheit. Als er eine Gruppe junger Mädchen sah, die direkt in der Schusslinie standen, sprang er auch ihnen zur Seite. Und wurde von einer Kugel am Hals getroffen. Im Krankenhaus stellten die Ärzte später zusätzlich zur Schusswunde ein gebrochenes Schlüsselbein, eine gebrochene Rippe und eine Lungenquetschung fest. Die Kugel konnten die Ärzte aus Angst, dabei weitere Schäden zu verursachen, nicht entfernen.

Heather Long tweetete ein Foto von Smith im Krankenhaus mit den Worten: “Jonathan Smith, 30, rettete gestern Nacht etwa 30 Menschen das Leben, bevor ihm in den Hals geschossen wurde. Er muss mit der Kugel in seinem Körper vielleicht für immer leben.” “Die Ärzte wollen sie erst mal drin lassen, weil sie Angst haben, dass eine Operation mehr Schaden anrichten würde“, schreibt Tiffany Jones, die Schwester seiner Freundin, auf der Plattform „gofundme.com“.

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Der Tweet wurde 142 000 Mal geteilt und viele User fragten, ob der Held versichert und seine Krankenhauskosten gedeckt seien. Sofort gingen Spenden auf eine für ihn gegründete Crowdfunding-Seite ein und unzählige Menschen dankten dem Helden für seine Taten. Smith selbst würde dieses Wort übrigens nicht benutzen. Er sagte: “Ich hätte mir dasselbe auch für mich gewünscht. Niemand sollte sein Leben bei einem Country Festival verlieren.” Seine drei Nichten haben das Attentat übrigens unverletzt überlebt.