Netflix setzt 2018 auf Serien aus Europa: Die besten europäischen Produktionen im Überblick

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
Der Serien-Anbieter Netflix setzt für 2018 auf Produktionen aus Europa. (Bild: Getty Images/NurPhoto)

Neben einer Fortsetzung von „Dark“ aus Deutschland und „Haus des Geldes“ aus Spanien wird es 2018 auf Netflix sechs neue Originalserien aus Europa geben – darunter auch „Dogs of Berlin“ und eine Adaption von „Die Welle“.

Im Rahmen seines „See What’s Next“-Events in Rom hat Netflix seine neuen Produktionen vorgestellt. Dabei fällt vor allem eines auf: Netflix setzt verstärkt auf Serien, die außerhalb der USA produziert werden. Erstmals bringt Netflix dieses Jahr auch Serien aus dem Nahen Osten und Afrika. Insgesamt wächst das Geschäft, die Investitionen und Eigenproduktionen haben sich seit dem letzten Jahr fast verdoppelt. Über 35.000 Mitarbeiter sind daran beteiligt.

Ein besonderer Fokus liegt auf Europa. „Black Mirror“ aus Großbritannien, „Suburra“ aus Italien und „Die Telefonistinnen“ aus Spanien waren nur einige der sehr erfolgreichen Serien der letzten Zeit, die nicht aus Amerika stammen.

Hier sind die vielversprechenden Netflix-Produktionen des Jahres aus Europa im Überblick:

„Dark“ (Deutschland)

„Dark“ startete im Dezember 2017 und ist international so beliebt, dass auf jede in Deutschland gestreamte Stunde neun gestreamte Stunden außerhalb Deutschlands kommen. Im Sommer beginnen die Dreharbeiten für die zweite Staffel des düsteren Sci-Fi-Dramas um eine deutsche Kleinstadt.

„Die Welle“ (Deutschland)

„Die Welle“ ist die dritte Originalserie aus Deutschland und basiert auf dem gleichnamigen Roman des Amerikaners Morton Rhue aus dem Jahr 1981, der in Deutschland und Österreich zum Unterrichtsklassiker wurde. Der Stoff basiert auf wahren Begebenheiten und wurde bereits 2008 erfolgreich verfilmt.

„Dogs of Berlin“ (Deutschland)

„Dogs of Berlin“ ist eine Polizistenserie mit Fahri Yardim und Felix Kramer in den Hauptrollen und Anna Maria Mühe und Katharina Schüttler in weiteren Rollen. Die Dreharbeiten dazu begannen bereits im November 2017, die erste Staffel wird noch in diesem Jahr ausgestrahlt.

Die Krimiserie „Dogs of Berlin“ mit Fahri Yardim und Felix Kramer wird 2018 erstmals auf Netflix zu sehen sein. (Bild: Netflix)

„Mortel“ (Frankreich)

„Mortel“ ist die fünfte Originalserie aus Frankreich. Die Fantasyserie dreht sich um Teenager, die durch eine übernatürliche Macht miteinander verbunden sind.

„Luna Nera“ (Italien)

„Luna Nera“ spielt im Italien des 17. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Frauen, die als Hexen verfolgt werden.

„The English Game“ (Großbritannien)

„The English Game“ ist ein sechsteiliges Drama über die Erfindung des Fußballspiels. Dabei soll besonders herausgestellt werden, wie die Menschen es durch Fußball schafften, Klassenunterschiede zu überwinden. Die Serie über das beliebteste Spiel der Welt stammt aus der Feder von Julian Fellowes, der auch „Downton Abbey“ geschrieben hat.

„Turn Up Charlie“ (Großbritannien)

„Turn Up Charlie“ ist eine achtteilige Comedyserie von und mit Idris Elba, der unter anderem aus der BBC-Serie „Luther“ bekannt ist.

„Haus des Geldes“ (Spanien)

„Haus des Geldes“ ist die Geschichte einer Gruppe, die angeleitet von einem Professor riesige Raubüberfälle ausführt. Netflix zufolge ist die actiongeladene Produktion die erfolgreichste unter dessen nicht englischsprachigen Serien. In diesem Jahr wird die dritte Staffel produziert, die Ausstrahlung der neuen Folgen ist für 2019 angekündigt.

Eine weitere, noch namenlose Fantasyserie kommt erstmals aus den Niederlanden. Sie soll sich um Studenten im liberalen Amsterdam drehen, die Jugend, Reichtum, Macht und Sex voll ausleben, bis sie versehentlich ein Portal zu einer dämonischen Welt aus dem Goldenen Zeitalter öffnen. Die Folgen werden ab 2019 zu sehen sein.

Von dem Riesenerfolg „Dark“ wird in diesem Jahr eine zweite Staffel produziert. (Bild: Netflix)

Aufgrund des großen Erfolgs von Dokuserien hat Netflix zwei weitere hochkarätige Produktionen aus diesem Genre angekündigt. In einer davon wird es um einen der größten ungeklärten Mordfälle der französischen Geschichte gehen, als 1984 der vierjährige Grégory Villemin entführt und ermordet wurde. Der Name der Serie ist bisher noch nicht bekannt.

Die zweite heißt „The Staircase“ und handelt von der Verurteilung des amerikanischen Schriftstellers Michael Peterson für den Mord an seiner Frau Kathleen nach einem 16 Jahre andauernden Rechtsstreit, der als einmalig in die Geschichte eingegangen ist und bei Netflix im True-Crime-Format erzählt wird.

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr auch ein Netflix-Originalfilm in Italien produziert: In „Rimetti a Noi i Nostri Debiti“ (dt.: Vergib uns unsere Schulden) lässt sich ein Mann von Schuldeneintreibern anheuern, nachdem ihm seine eigenen Gläubiger zu Leibe rücken, muss aber bald feststellen, dass seine Abmachung mit dem Teufel unerwartete Nebenkosten bringt.

Außerdem wird es eine dreiteilige Dokureihe über die Anschläge am 13. November 2015 in Paris geben („13 Novembre: Fluctuat Nec Mergitur“, dt.: 13. November: Sie schwankt, aber sie geht nicht unter), die erste türkische Netflix-Originalserie („The Protector“, dt.: Der Beschützer) und eine neue amerikanische Serie mit Jonah Hill und Emma Stone („Maniac“, dt.: Wahnsinniger) über einen bewusstseinsverändernden pharmazeutischen Versuch, der schiefläuft. Von der amerikanischen Produktion „GLOW“ über die fiktive Geschichte der ersten weiblichen Wrestlingtruppe wird eine zweite Staffel im Juni ausgestrahlt. Eine dritte Staffel wird es auch von „Stranger Things“ (USA) geben.

Gutes Storytelling kann Grenzen überschreiten, ist man bei Netflix überzeugt. „Wenn Projekte der verschiedensten Länder, Kulturen und Sprachen eine globale Plattform mit unbegrenzten Möglichkeiten finden, dann können einzigartige und zugleich universelle Geschichten ein internationales Publikum erreichen,“ sagte Chief Content Officer Ted Sarandos in Rom. Insgesamt werden bei Netflix dieses Jahr noch 100 neue Produktionen aus Europa beginnen.