Netflix hat eine schwierige Aufgabe: Man muss das geringste Wachstum der Vorweihnachtszeit zeigen

Logo des Streaming-Anbieters Netflix auf einem Fernseher, im Vordergrund eine Tasse
Logo des Streaming-Anbieters Netflix auf einem Fernseher, im Vordergrund eine Tasse

Netflix (WKN: 552484) präsentiert ein frisches Zahlenwerk … und zwar heute. Wenn wir auf den Unternehmenskalender schauen, so sehen wir für den Donnerstag dieser Woche die Ankündigung, neue Quartalszahlen zu präsentieren. Investoren wissen, was das heißt: Es kann Volatilität in beide Richtungen geben.

Im Jahr 2022 enttäuschte Netflix an vielen Fronten. Entscheidend könnte jedoch sein, dass das Management bei den Zahlen für das dritte Jahresviertel erstmals wieder positiv überraschte. Jetzt gilt es, das Momentum zu halten, obwohl man durchaus eine schwierige Aufgabe zu erfüllen hat. Es geht „lediglich“ um das geringste Abonnentenwachstum in einem Vorweihnachtsquartal in der Geschichte des Streaming-Konzerns.

Netflix: Das steht in den Büchern

Grundsätzlich gibt Netflix eine Prognose ab, was man im Folgequartal erreichen möchte. Für das vierte Quartal prognostizierte das Management ein Nutzerwachstum von ca. 4,5 Mio. im direkten Quartalsvergleich. Nach einem Zuwachs von zuvor ca. 2,4 Mio. Nutzern ist das nicht gerade wenig. Und trotzdem: Ein eher geringes Wachstum.

Im Vorjahresquartal (dem vierten Quartal des Geschäftsjahres 2021) hat Netflix noch ca. 8,5 Mio. Streamer auf die eigene Plattform gelockt. Das liefert womöglich den entscheidenden Kontext: 4,5 Mio. Abonnenten sind eigentlich eine eher kleine Hürde, in der jetzigen Zeit jedoch ambitioniert aufgrund eines sich verlangsamenden Wachstums. Machbar oder nicht: Das dürfte kurzfristig die Richtung bestimmen. Aber eben auch die Prognose für das erste Jahresviertel 2023.

Auch wenn die Anzahl der Streamer nicht alles, aber vieles ist: Es geht für Netflix auch bei anderen Kennzahlen um mehr. Teilweise gibt es die Möglichkeit, anderweitig positiv zu überraschen. Beim Umsatz kalkuliert das Management mit einem Wert von 7,77 Mrd. US-Dollar, der damit unter dem Vorquartal liegen könnte. Das wäre ein Ansatz für einen Überraschungseffekt. Aber auch der freie Cashflow, der nicht prognostiziert wird, aber im letzten Quartal bei 472 Mio. US-Dollar gelegen hat, könnte überraschen.

Netflix plant zudem mit einem Nettoergebnis von lediglich 163 Mio. US-Dollar, was gleichsam wenig ist. Jedoch dürfte die Markteinführung des teilweise werbefinanzierten Angebots eine negative Belastung dargestellt haben. Ob es die Möglichkeit gibt, hier zu überzeugen? Warten wir es ab!

Viel dreht sich um die Abonnenten!

Es scheint im Vorfeld, als würde sich der Markt vor den Quartalszahlen auf die Abonnenten konzentrieren. Fair enough: Gerade in Anbetracht der Einführung des teilweise werbefinanzierten Abo-Modells ist das eine überaus entscheidende Kennzahl. Aber es gibt eben auch mehr. Den Umsatz, das Nettoergebnis und den freien Cashflow.

Ob es das Management von Netflix schafft, positiv zu überzeugen, das erfahren wir heute Abend. Man braucht nicht weniger als das geringste Nutzerwachstum in einem Vorweihnachtsquartal. Gefühlt ist diese Hürde trotzdem alles andere als klein.

Der Artikel Netflix hat eine schwierige Aufgabe: Man muss das geringste Wachstum der Vorweihnachtszeit zeigen ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

Mehr Lesen

Vincent besitzt Aktien von Netflix. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Netflix.

Aktienwelt360 2023