Netflix: Bald 100 Milliarden Dollar schwer?

Nikolas Kessler
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Netflix-Bulle Richard Greenfield vom US-Finanzdienstleister BTIG hat sein Kursziel für die Aktie des Streaming-Anbieters am Mittwoch kräftig nach oben geschraubt. Selbst nach dem mehr als 50-prozentigen Kurssprung seit Jahresbeginn sieht der Analyst bis Ende des Jahres noch rund 20 Prozent Potenzial.

Netflix ist nicht nur bei Serienfans äußerst beliebt – auch an der Wall Street hat das Unternehmen inzwischen viele Fans. Von den 41 Analysten, die das Unternehmen laut der Nachrichtenagentur Bloomberg covern, sprechen nur drei eine Verkaufsempfehlung aus. 25 raten dagegen zum Kauf – darunter auch Richard Greenfield.

Trotzdem sticht der BITG-Analyst mit seinem „Buy“-Rating heraus, denn das Kursziel hat er am Mittwoch von 170 auf 225 Dollar angehoben. Damit ist Greenfield nicht nur der bullishste Netflix-Analyst, sondern traut der Aktie bis Jahresende weitere 20 Prozent Kurspotenzial zu. Trifft seine Prognose ein, wäre Netflix Ende 2017 rund 100 Milliarden Dollar wert. Schon jetzt ist Netflix mit einer Marktkapitalisierung von rund 80 Milliarden Dollar an der Börse höher bewertet als der US-Medien-Konzern Time Warner.

Starke Content-Strategie, starkes Wachstum

Grundlage für die Einschätzung sind optimistische Aussichten hinsichtlich der Abonnenten- und Content-Entwicklung. Zwar seien auch hohe Content-Ausgaben keine Garantie auf kommerziell erfolgreiche Inhalte, Netflix sei inzwischen aber in der Position, um für seine Eigenproduktionen hochkarätige Stars zu engagieren – sowohl vor, als auch hinter der Kamera. Das erhöhe die Chancen auf weitere Serien-Hits, so Greenfield in seiner Studie.

Beeindruckt habe ihn bei den jüngsten Quartalszahlen zudem das Wachstum auf dem heimischen US-Markt. Obwohl dort bereits mehr als jeder zweite Haushalt ein Netflix-Abo hat, lag die Zuwachsrate zuletzt auf dem Niveau von 2014 und 2015. Das habe der Streaming-Dienst laut Greenfield mit der Kombination aus aggressiver Content- und Licensing-Strategie und Top-Technologie erreicht und könne dasselbe Prinzip nun auf globaler Ebene anwenden.

Verschnaufpause nach dem Kurssprung

Nachdem Netflix in der Vorwoche im Rahmen der Q2-Zahlen ein überraschend großes Abonnenten-Plus gemeldet hatte, ist die Aktie um rund 15 Prozent nach oben geschossen und konsolidiert nun auf hohem Niveau. DER AKTIONÄR traut dem Streaming-Dienst auch langfristig eine dominante Stellung im zukünftigen Entertainment-Markt zu, entsprechend sollten investierte Anleger an Bord bleiben. Spätberufene können bei kleineren Rücksetzern zugreifen.