Nestlé verzichtet in den USA auf Süßes


Nestlé verkauft sein amerikanisches Süßwarengeschäft an den Nutella-Hersteller Ferrero. Die 2,8 Milliarden Franken (2,4 Milliarden Euro) schwere Transaktion soll noch in diesem Quartal über die Bühne gehen, teilte Nestlé am Dienstag mit.

Der Verkauf gilt als ein Baustein in der Strategie von Konzernchef Ulf Mark Schneider. Er möchte die Wachstumsfelder des Konzerns ausbauen – und trennt sich von Geschäftsbereichen, in denen er für Nestlé geringe Wachstumschancen sieht.

Die amerikanische Süßigkeitensparte trägt rund drei Prozent zum US-Umsatz von Nestlé bei – das entspricht rund 900 Millionen Franken im Jahr. Süßwaren wie die SweeTarts oder die Butterfinger-Schokolade sind vielen amerikanischen Kunden ein Begriff.


Zuletzt taten sich die Schweizer auf dem hart umkämpften Markt aber schwer. „Butterfinger hat gegen Marken mit einer Premiumaufstellung wie Lindt und andere große Spieler wie Mars an Boden verloren“, sagte Branchenanalyst Raphael Moreau von Euromonitor.

Nestlé-Chef Schneider glaubt, dass die Süßigkeitensparte bei Ferrero nun gut aufgehoben ist. Nestlé werde in den USA aber weiter investieren. „Dies gilt insbesondere für Kategorien, bei denen wir eine Führungsposition haben, wie Produkte für Heimtiere, Wasser, Kaffee, Tiefkühlkost und Säuglingsnahrung.“

Schon im vergangenen Sommer hatte Nestlé das US-Süßwarengeschäft ins Schaufenster gestellt. Auch dass Ferrero an der Sparte interessiert ist, hatte sich bereits abgezeichnet. Die Italiener haben die USA schon länger im Blick. Ende des vergangenen Jahres griffen sie nach dem Süßwarenhersteller Ferrara Candy.

Ferrara stellt unter anderem Bonbons, Fruchtgummis und Kaugummis her und produziert in den USA Fruchtgummi der Marke Trolli. Durch den Milliardendeal mit Nestlé steigt Ferrero nun zum drittgrößten Süßwarenproduzenten in den USA auf.