Nest-Mitbegründer und iPod-Erfinder sagt, das Metaverse sei "falsch"

Nest-Mitbegründer Tony Fadell
Nest-Mitbegründer Tony Fadell

Einige Tech-Größen haben ihre Skepsis gegenüber dem Metaverse geäußert. Doch legte Nest-Mitgründer Tony Fadell noch eine Schippe drauf. Fadell, ein früher Apple-Ingenieur, der den iPod erfunden hat und an der Erfindung des iPhones beteiligt war, sagte in einem längeren Interview mit "Wired": "Ich scheiß auf das Metaverse", weil es so unpersönlich sei.

"In der virtuellen Welt, der Metawelt, wie auch immer man sie nennen will, kann ich dir nicht in die Augen sehen, ich kann dein Gesicht nicht sehen, um Vertrauen und eine echte persönliche Verbindung aufzubauen", so Fadell im Interview. "In der virtuellen Welt kannst du nicht tanzen, weil die Menschen nicht einmal einen Körper haben. Wenn ich tatsächlich mit jemandem zusammen bin, stellen sich mir die Haare im Nacken auf, weil mein Körper einen Sensor dafür hat."

Theoretisch könnten wir alle in dieser digitalen Landschaft, die das Metaverse ist, über virtuelle Avatare mit AR-Brillen oder VR-Headsets interagieren, die wir uns auf die Stirn schnallen. Doch diese Zukunft ist noch lange nicht in Sicht.

Metaverse statt Klimakrise

Fadell sagte auch, dass er gegen das Metaverse sei, weil es Talente und Ressourcen aus der Klimakrise abgezogen habe. "Social Mobile hat dem Umweltproblem alle klugen Köpfe und Talente gestohlen", beklagte Fadell. "Jetzt ist die Klimakrise schlimmer als je zuvor, und all die Talente und das ganze Geld werden dafür verwendet, ein Problem zu lösen, das wir nicht haben, anstatt ein Problem zu lösen, das wir haben."

Die Idee des Metaverse hat zuletzt in der Tech-Welt an Bedeutung gewonnen, vor allem, nachdem der Facebook-Mutterkonzern sich entschlossen hat, seinen Namen in Meta zu ändern, unter dem nun Facebook, Instagram, WhatsApp und andere Projekte angesiedelt sind.

Doch Fadell ist nicht der einzige Tech-Gründer oder -Manager, der sich gegen das Metaverse ausspricht. Evan Spiegel, Geschäftsführer von Social Media-Konzern Snapchat, sagte Ende April, dass sein Unternehmen das Wort nicht verwende, weil es "missverständlich und heuchlerisch" sei und "die Menschen die echte Welt lieben". Und Phil Libin, Gründer der Notiz-App Evernote und Geschäftsführer des Videokonferenz-Unternehmens Mmhmm, sagte im Februar Business Insider, dass Metas Vision des Metaverse eine "alte Idee" sei, die "unkreativ" sei.

Dieser Artikel wurde von Ben Peters aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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