Audi-Ingenieur geht auf Glock los

Timo Glock und sein unerfreuliches Treffen mit einem ehemaligen Formel-1-Kollegen


Es herrschte eine aufgeheizte und gereizte Atmosphäre im DTM-Fahrerlager am Hungaroring. Die Temperaturen in Budapest waren aber nicht der Grund, denn diese lagen nur zwischen 20 und 26 Grad. Vielmehr ist die von Verschwörungstheoretikern vermutete "Crashgate-Affäre" von BMW und Maxime Martin der Grund für hitzige Gemüter.

Was war passiert? Im Samstagsrennen stellte Maxime Martin seinen BMW wegen blockierenden Bremsen in einer Bergab-Passage wenige Meter vor dem Grünstreifen auf der Strecke ab und sorgte deshalb für eine Safety-Car-Phase, die seinen Teamkollegen Timo Glock und Bruno Spengler in die Karten spielte. Sowohl Glock als auch Spengler standen am Ende des Rennens auf dem Podium, nachdem sie von fast ganz hinten starten mussten.

Im Fahrerlager am Hungaroring wurden Stimmen laut, dass der Belgier seinem M4 absichtlich an einer ungünstigen Stelle abstellte, um für eine Neutralisierung des Rennens zu sorgen. BMW-Sportchef Jens Marquardt bezeichnete die Manipulationsvorwürfe als "absurd". Doch bei Audi scheint man anderer Meinung zu sein.

Verbale Attacke gegen Glock

In der 'ARD' sprach Manuel Reuter über einen Vorfall am Sonntag zwischen Timo Glock und einem Audi-Ingenieur. Der Audi-Mann wollte laut Aussagen von Reuter dem BMW-Piloten angeblich "an den Kragen". Glock, der den ehemaligen Toyota-Ingenieur in Diensten von Audi noch aus seiner Formel-1-Zeit bei den Kölnern kennt, bestätigt gegenüber 'Auto Bild motorsport' eine verbale Attacke gegen ihn.

"Er (Audi-Ingenieur; Anm. d. Red.) hat gesagt, dass wir das alles geplant hätten. Wir haben uns dann 'ausgetauscht', er mit einer geschwollenen Halsschlagader. Ein Bild für die Götter. Ich habe ihm versucht zu erklären, was für einen Blödsinn er da erzählt", so Glock.

Der ehemalige Formel-1-Pilot gibt zu, dass es kein freundschaftlicher Meinungsaustausch zwischen den früheren Kollegen war. Doch zu Handgreiflichkeiten sei es dabei nicht gekommen. Der 35-Jährige hat eine Erklärung, warum derartige Verschwörungstheorien kursieren. "Das ist die berühmte Paranoia der DTM, die es schon immer gibt. Dass der eine denkt, der andere hat etwas Besseres und hat bei allem irgendeinen Hintergedanken", sagt er.

"Wenn wir beim nächsten Rennen in pink fahren wie der Auer, würden die Audis darüber nachdenken, ob sie nicht auch pink werden, weil der Auer in pink ja schnell ist. Und vielleicht sind die BMW dann ja auch schnell in pink", scherzt er.

Manuel Reuter, selbst ehemaliger DTM-Fahrer und Fahrersprecher, glaubt übrigens nicht an eine Sabotage bei BMW: "Das ist absoluter Schmarrn, die Konkurrenz sieht teilweise Gespenster. Die Nerven liegen bei den Herstellern blank." Auch Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz vermutet keine Absicht hinter Martins Parken auf der Strecke: "Ich gehe nicht davon aus, dass jemand so etwas mit Absicht macht."

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