Nepal macht Vertrag über Bau eines Wasserkraftwerks rückgängig

Mountainous Nepal is filled with lakes and fast flowing rivers but suffers from chronic energy shortages

Nepal hat einen im Juni geschlossenen Vertrag über den Bau eines riesigen Wasserkraftwerks annulliert. Vize-Regierungschef Kamal Thapa teilte am Dienstag mit, die Regierung habe den Auftrag an eine chinesische Firma gestoppt. Das Wasserkraftwerk sollte 2,5 Milliarden Dollar kosten und die Stromproduktion im Land verdoppeln.

Der Finanzminister hatte die Annullierung des Vertrags empfohlen, da nicht ernsthaft Konkurrenzangebote eingeholt worden waren, wie aus Dokumenten hervorgeht, die AFP einsehen konnte. Das Projekt sei "impulsiv und ohne Respekt vor den Regeln" an die chinesische Gezhouba Group gegangen, heißt es in der Mitteilung von Vize-Regierungschef Thapa.

Ein Vertreter des chinesischen Konzerns sagte AFP, er sei überrascht von der Entscheidung der Regierung. Die Gezhouba-Gruppe habe bereits zahlreiche Vorarbeiten begonnen. Das Unternehmen baut aktuell drei kleinere Wasserkraftwerke in Nepal und hat eines gerade fertiggestellt, bei dem es allerdings weder Zeit- noch Kostenrahmen einhielt.

Nepal will mit Unterstützung Indiens zwei weitere größere Wasserkraftwerke für insgesamt mehr als eine Milliarde Euro bauen. Mit jahrelanger Verzögerung sollen die Arbeiten im kommenden Jahr beginnen. In Nepal sind Stromausfälle häufig.