Neofaschisten in Macerata festgenommen

In Macerata in Mittelitalien ist es zu Zusammenstößen zwischen Neofaschisten und der Polizei gekommen. Die Anhänger der Partei Forza Nuova wollten auf den Marktplatz ziehen, die Polizei wollte sie daran hindern. Nach Angaben der Forza Nuova seien 15 Anhänger von der Polizei festgenommen werden.

Vor knapp einer Woche hatte hier in Macerata der 28-jährige Luca Traini sechs Afrikaner durch Schüsse verletzt. Grund für die Schüsse: Traini hatte im Radio von der Festnahme eines Afrikaners in Zusammenhang mit einem grausamen Frauenmord gehört. Er war auf dem Weg ins Fitnessstudio gewesen.

Forza-Nuova-Chef Roberto Fiore sagt: "Wir billigen nicht, was Traini getan hat, aber wir wollen auch nicht, dass er jetzt als Monster dargestellt wird."

In wenigen Wochen, am 4. März, wird in Italien gewählt. Das Migrantenproblem steht für viele Parteien im Mittelpunkt des Wahlkampfs.

Trainis Anwalt Giancarlo Giulianelli erklärte, sein Mandant sei kein Faschist, Traini habe gesagt, als er von dem Mord an der 18-Jährigen und dem festgenommenen Nigerianer hörte, sei bei ihm eine Sicherung durchgebrannt. Er habe eine solche Wut bekommen.

Der Bürgermeister der Stadt Macerata, Romano Carancini, erklärte: "Wir können durchaus andere aufnehmen, Migranten, egal aus welchem Land, aber gleichzeitig müssen die Gesetze dieses Landes strikte Anwendung finden."

Carancini forderte alle politischen Gruppen dazu auf, keine Demonstrationen in Macerata abzuhalten. Die kleine Stadt wolle zur Ruhe kommen.

Macerata ist etwa drei Autostunden von der Hauptstadt Rom entfernt und hat etwa 50.000 Einwohner.