Negativzins für private Einlagen ab erstem Euro weitet sich aus

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Die Anzahl der deutschen Banken, die die Erhebung von negativen Zinsen für bestimmte private Kunden bestätigt haben, ist auf mindestens drei angestiegen.

Neu hinzugekommen ist die VR-Bank Westmünsterland eG. Sie nimmt bei Neukunden, die Tagesgeldkonten über die Webseite eröffnen, einen Negativzins von minus 0,5% ohne Freibetrag.

Die Bank habe in den vergangenen Wochen zunehmend festgestellt, “dass Neukunden bei uns Gelder parken wollten, ohne gleichzeitig in eine aktive Geschäftsbeziehung eintreten zu wollen”, erklärte eine Sprecherin des Instituts gegenüber Bloomberg am Mittwoch. “Regelmäßig handelt es sich um Anleger, die bei anderen Banken und Sparkassen ihre Freibeträge bereits ausgeschöpft haben.”

Zwar verlangen viele Banken schon seit einiger Zeit negative Zinsen von privaten Kunden, räumten bislang allerdings Freibeträge von 100.000 Euro oder mehr ein. Das änderte sich unlängst mit dem Eingeständnis der Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck, neue Tagesgeldkonten mit einem Negativzinsvon 0,5% für das gesamte Guthaben zu belegen. Die Kreissparkasse Stendal führte eine ähnliche Regelung ein.

Im September war der EZB-Einlagesatz auf minus 0,5% gesenkt worden, was es für Geschäftsbanken teurer macht, überschüssige Gelder bei der Zentralbank zu parken. Gleichzeitig wurden aber Ausnahmen eingeführt.

Deutsche Banken hatte die EZB-Zinspolitik vor den Änderungen im September jährlich rund 2,4 Milliarden Euro gekostet, hieß es vom Bankenverband.

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