"Ned mei Bayern, ned mei Horst": Klares Statement gegen Horst Seehofer

“Ned mei Bayern, ned mei Horst” – mit dieser Botschaft wendet sich ein Mann in Lederhosen an Horst Seehofer, der mit seiner Äußerung, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte. Die Worte, die der waschechte Bayer in seinem Facebook-Beitrag an den Innenminister richtet, sind eindeutig.

Klare Botschaft an Horst Seehofer (Bild: Facebook/Jörg Brühmann)

“Wir müssen reden” – so lautet der Anfang des Textes, den Jörg Brühmann auf Facebook verfasst hat und der seitdem viral geht. Mit wem der Mann in Lederhosen ein ernstes Gespräch führen möchte, wird klar, wenn man auf das Schild guckt, das er in der Hand hält. “Ned mei Bayern, ned mei Horst”, steht dort. 

Mit Horst meint Brühmann Innenminister Horst Seehofer oder wie er es beschreibt: “Es geht um einen Mann, dessen Aufgabe es lange war, das Land, aus dem ich komme, zu vertreten. Und den heute immer noch viele Menschen als ‘Repräsentant’ oder beispielhaft für die hiesige Bevölkerung sehen.” Weiter heißt es: “Und es geht um Bayern. Das Land in dem ich geboren bin und den Großteil meines Lebens verbracht habe. Das mich aufs tiefste geprägt hat, vom Lebensgefühl bis zur Sprache.”

Brühmann spricht von einem Land, das durch Weltoffenheit und Toleranz besticht, ein “Land von Leben und Leben lassen, in dem man viel von anderen lernen, aber nicht den anderen alles nachmachen muss.” “Das Land von Hans Söllner und den Biermösl Blosn. Das Land der Bahnhofsklatscher und der Ehrenämtler. Wo man seine Heimat lieben darf, ohne die der anderen hassen zu müssen. Wo wir uns über die Schönheit der Natur freuen und sie nicht zubetonieren”, schreibt er weiter.

“Sie, Herr Seehofer, sind nicht mein Bayern”

Sein Statement an Horst Seehofer ist klar: “Für das alles stehen Sie, Herr Seehofer, nicht.” “Sie, Herr Seehofer, sind nicht mein Bayern. Und ich schäme mich dafür, dass Leute in Deutschland denken, ‘Sie waradn mia’ (Sie wären wir)“, erklärt er. 

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Denn, was sein Bayern nicht brauche, sind Mauern, scharfen Grenzen und eine Überwachung oder Geheimpolizei. “In meinem Bayern glauben wir an ein freies Europa und suchen nicht den Schulterschluss mit Populisten. In meinem Bayern versuchen wir nicht, die AfD rechts zu überholen. Unser größtes Problem hier ist NICHT der fußballspielende, ministrierende Senegalese, sondern der Politiker, der solche Sätze äußert. Wir schüren keine Ängste vor den ‘Fremden’ und brauchen auch keine Obergrenzen”, heißt es in dem Beitrag.

“Ein guter Bayern kann auch aus Afrika sein”

Seine Post schließt Brühmann mit einer eindeutigen Botschaft ab: “Und statt um unsere Kultur, unser Lebensgefühl oder unsere Sprache zu fürchten, sollten wir sie feiern. Und jeden einladen, der sie mit uns feiern will. Denn nur so bleibt unser Bayern das, was es ist. Ein Land, in dem Tradition und Zukunft nebeneinander existieren können. Wo man viel von anderen lernen, aber nicht den anderen alles nachmachen muss. Mit den Worten von Georg Lohmeier: ‘Das Bayrische ist eine Denkweise. Ein guter Bayer kann auch aus Afrika sein.'”

Sein Beitrag wurde inzwischen über 5.000 Mal gelikt, mehr als 3.000 Mal geteilt. Für sein Statement wird Brühmann im Netz gefeiert. “Ein Bravo aus Hessen”, schreibt ein User. Ein anderer findet: “Großes Kompliment und herzlichen Dank für Ihre klaren Worte!” Doch es werden auch kritische Stimmen laut. In einem zweiten Post schreibt Brühmann: “Womit ich gerechnet hatte ist, dass auch einiges an Ablehnung dabei ist. Das hier ist das Internet und ich bin weder blind noch blöd (auch wenn in den Kommentaren schon anderes behauptet wurde).”

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“Du bist doch gar kein Bayer / doch bloß a Zuagroasta / Preiß in da Lederbichsn”, „Ich glaube nicht dass du ein Bayer bist, keiner hier heißt Jörg“ oder “Noch identifiziert er sich mit den grauenhaften Taten der Anhänger des Islam in Deutschland” sind nur einige der negativen Kommentare.

Doch auch für seine Kritiker findet Brühmann die richtigen Worte: “Angst macht uns blind. Aber sie lässt sich nicht aussperren. Und sie geht auch nicht weg, wenn wir sie befeuern und uns gegenseitig in unseren Ängsten anstacheln. Sie geht nur weg, wenn wir sie konfrontieren. Wenn wir auf das zugehen, was uns Angst macht, und uns damit auseinander setzen. Wir sind alle Menschen. Und nur, indem wir uns alle gegenseitig so behandeln, wird die Welt besser, schöner, sicherer, toleranter.”