NBA-Star Gasol rettet Leben im Mittelmeer

Marc Gasol hilft in seiner Freizeit bei der Rettung von Flüchtlingen

Flüchtlingsdrama im Mittelmeer und ein Sport-Star mittendrin.

In der NBA spielt Marc Gasol bei den Memphis Grizzlies. Der Center verdient dabei mehr als 24 Millionen US-Dollar im Jahr. In seiner spielfreien Zeit hilft der 33-Jährige bei der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer.

Am Dienstag sorgte die Rettung einer Frau weltweit für Schlagzeilen. Die spanische Hilfsorganisation "Proactiva Open Arms" bewahrte 85 Seemeilen vor Libyen eine Frau vor dem Ertrinken. Gasol selbst war bei der Aktion mittendrin.


Gasol stand unter Schock

Die freiwilligen Helfer hatten die Frau nordöstlich von Tripolis in einem komplett zerstörten Schlauboot gefunden - neben ihr schwammen zwei Leichen. "Zuerst haben wir gedacht, dass niemand mehr am Leben ist", sagte Gasol der spanischen Zeitung El Pais.

"Aber als wir näher kamen, habe wir eine Frau gesehen. Sie hat sich mit der Hand an ein Stück Holz geklammert, das lediglich einen halben Meter lang war", so der Sportler.

Nicht nur die Frau befand sich in einem Ausnahmezustand. "Ich stand unter Schock und hatte Angst", gab Gasol zu. Auf seinem Twitter-Kanal teilte der 33-Jährige ein Bild der Aktion und verlieh seiner Wut Ausdruck.


"Frustration, Wut und Hilflosigkeit. Es ist einfach unglaublich, wie so viele verwundbare Menschen auf dem Meer dem Tod überlassen werden. Ganz tiefe Bewunderung für die Retter, die ich derzeit als Teamkollegen bezeichen kann."

Schwere Vorwüfe gegen Küstenwache

Nach der erfolgreichen Rettung erhob die Hilfsorganisation schwere Vorwürfe. Weil die Frau aus Kamerun anscheinend nicht in das Schiff der lybischen Küstenwache einsteigen wollte, soll deren Besatzung die Frau und die anderen beiden Flüchtlinge zum Sterben zurückgelassen und das Boot zerstört haben. 

Alle anderen Bootsinsassen sollen nach Libyen zurückgebracht worden sein. 

Für Marc Gasol war der Anblick der beiden Leichen erschütternd. "Man sieht diesen toten Menschen und weiß, dass er in der Welt eines anderen mal das Zentrum war. Und jetzt ist er weg."