Nowitzki-Lehrling Kleber: "Das ist Wahnsinn"

Florian Pertsch
Für Maxi Kleber geht es mit den Dallas Mavericks in seine erste NBA-Saison

Für den deutschen Nationalspieler Maximilian Kleber hat das Abenteuer NBA endlich begonnen. Der 25-Jährige hat sich mit dem Wechsel vom FC Bayern zu den Dallas Mavericks einen Traum erfüllt.

(Dallas Mavericks gegen Golden State Warriors am Dienstag um 2.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US)

Das Team um Superstar Dirk Nowitzki hat nun gleich zwei Würzburger in seinen Reihen, die in der stärksten Basketballliga der Welt auf Korbjagd gehen -  und Kleber kann vom besten deutschen Basketballer aller Zeiten lernen.


SPORT1 hatte nach dem verpatzten Saisonauftakt gegen die Atlanta Hawks die Gelegenheit, mit Kleber über seine ersten NBA-Tage zu sprechen.         

SPORT1: Herr Kleber, ihr erstes NBA-Spiel mit den Dallas Mavericks liegt hinter Ihnen. Sie kamen gegen Atlanta noch nicht zum Einsatz, wie nehmen Sie das auf?

Maximilian Kleber: Damit muss man rechnen. So ist das, wenn man als Rookie in die Liga kommt. Daran darf man nicht verzweifeln und darf nicht aufgeben. Wichtig ist, in die nächsten Trainingseinheiten mit der richtigen Einstellung zu gehen und immer bereit zu sein.

SPORT1: Wie sind Ihre ersten Eindrücke von den USA und der NBA?

Kleber: Alles ist super aufregend. Es war immer mein Kindheitstraum, eines Tages in der NBA zu spielen. Das alles mitzuerleben ist Wahnsinn. Ich finde es sehr interessant zu sehen, wie das hier alles abläuft. Du fliegst im eigenen Privatjet zu den Spielen. Klar, anstrengende Reisen sind auch dabei, wenn Du direkt nach dem Spiel fliegst und du kommst erst um 3 Uhr nachts an und am nächsten Tag ist wieder ein Spiel.

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SPORT1: Wie sehen Sie ihr Team Dallas Mavericks?

Kleber: Die Art, wie wir trainieren und das Spielsytem gefallen mir, der Coach (Rick Carlisle, Anm. d. Red.) legt sehr viel Wert drauf, dass wir den Ball bewegen. Das liegt mir, das habe ich auch in Europa immer so gemacht.  


SPORT1: Vor einiger Zeit spielten Sie noch in Würzburg, waren zwischenzeitlich länger verletzt. Was hätten Sie damals gesagt, wenn Ihnen jemand eine NBA-Karriere prophezeit hätte?

Kleber: Ich hätte gehofft, dass es wahr wird. Aber ich hätte auch geantwortet "bleib mal am Boden, ich muss erst mal gesund werden und in der Bundesliga spielen". Geträumt hätte ich wahrscheinlich trotzdem davon.

SPORT1: Vervollständigen Sie den folgenden Satz: Am 14. April startet Maxi Kleber in…

Kleber: …die Playoffs hoffentlich. (lacht)

SPORT1: Was ist diese Saison drin?

Kleber: Heute (Mittwoch, Anm. d. Red.) war eine toughe Niederlage. Das Spiel müssen wir eigentlich gewinnen. Aber wir haben in der Preseason gezeigt, wenn wir unseren Rhythmus finden und füreinander spielen, sind wir wirklich gut und können überraschen. Wir wollen uns nicht mit dem zufrieden geben, was uns die Experten prophezeien. Wir wollen eine bessere Saison spielen als das.


SPORT1: Motiviert einen die Experten-Prognose, dass Dallas höchstens 40 Siege schaffen wird?

Kleber: Auf jeden Fall. Aber dadurch können wir auch ohne Druck spielen, von uns erwartet keiner etwas. Es wird nicht leicht, aber ich glaube, dass wir das Potential haben, zu überraschen.

SPORT1: Welche Anpassungsschwierigkeiten gab es?

Kleber: Meine Rolle ist hier eine ganz andere. Daran muss ich mich gewöhnen, ansonsten ist es keine große Umstellung. Ich versuche immer, alles zu geben und für die Mannschaft zu spielen. Bei Bayern war ich Leistungsträger, hier muss ich mir meine Rolle und jede Minute Spielzeit erkämpfen.

SPORT1: Worauf freuen Sie sich am meisten?

Kleber: Ich freu mich auf jedes einzelne Spiel, alles ist neu. Alle Hallen zu sehen, alle Spieler. Ich habe die NBA ja früher schon am Bildschirm verfolgt, aber jetzt gegen die Spieler auch auf dem Feld zu stehen, ist etwas Besonderes. Mir wurde gesagt, dass die Golden State Warriors eine besonders laute Halle haben, ich bin gespannt. Am meisten würde mich aber freuen, wenn ich selbst mehr zu den Spielen beitragen könnte.