Nawalny (41) fordert Putin (65) heraus

Auch wenn er bei den Präsidentschaftswahlen aller Voraussicht nach nicht antreten darf, hat der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny sich in Moskau als Kandidat aufstellen lassen und vor etwa tausend Anhängern seiner Putin-kritischen Parteis den Wahlkampf eröffnet.

Obwohl er - weil er vorbestraft ist - wohl ausgeschlossen wird, gab sich Nawalny optimistisch. Der 41-jährige Herausforderer sagte:  "Wir sind bereit, und wir werden diese Wahl gewinnen. Wenn sie versuchen, uns nicht teilnehmen zu lassen, werden wir in einen Streik treten und die Wahlen boykottieren."

Experten gehen davon aus, dass eine niedrige Wahlbeteiligung als Erfolg für Nawalny gewertet werden kann.

Denn dass der 65-jährige Amtsinhaber Waldimir Putin die Präsidentschaftswahl am 18. März 2018 gewinnen wird, daran hat kaum jemand Zweifel.

Für die kommunistische Partei tritt zum ersten Mal nicht der inzwischen 75-jährige Parteichef Gennadi Sjuganow, sondern der 57-jährige Obstproduzent Pawel Grudinin an, der seinen Landwirtschaftsbetrieb nach Lenin benannt hat.

Rechtspopulist Wladimir Schirinowski kandidiert seit 1991 bei allen Präsidentschaftswahlen - weitgehend chancenlos.

Zum ersten Mal hat sich Xenia Sobtschak aufstellen lassen, sie sieht sich selbst als Putin-Gegnerin, doch sie war eine Art russische Version der - wie sie 1981 geborenen - Paris Hilton und ihr Vater ist mit Wladimir Putin befreundet.