Regenbogen-Tintenfisch: Darum schillert das Meerestier so schön

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

Wer in den vergangenen Jahren auf einem Musikfestival war oder Fotos davon auf Instagram und Pinterest angesehen hat, weiß: der Meerjungfrauen-Look ist in. Egal ob Haare, Oberteile oder Glitzer-Make-up, dieser blau-rosa-türkisfarbene Schimmer zieht uns einfach in seinen Bann. Besonders magisch wirkt das Farbenspiel, wenn es in der Natur vorkommt: wie bei Tintenfischen, die aus unterschiedlichen Gründen ihre Farbe wechseln können.

Unter anderem, um die Frauen zu beeindrucken, wechseln die männlichen Tintenfische die Farbe. (Bild: Caters News)

Seinen Spitznamen hat der Regenbogen-Tintenfisch, weil er im Licht bunt schillert; “iridiscence” nennt man das Naturspektakel im Englischen, vom lateinischen Begriff für Regenbogen. Das passiert, wenn bestimmte Pigmente auf der Haut eines Tieres die Reflexion des Lichtes unterbrechen, wodurch das Licht in verschiedenen Farben und in alle Richtungen strömt. Je nachdem, in welchem Winkel man das Tier anschaut, scheint es eine andere Farbe zu haben. Dem Fotografen David Edgar ist es nun gelungen, dieses Farbenspiel in einer Bucht nahe Sydney mit der Kamera einzufangen.

Im richtigen Licht schillert der Sepia-Fisch wie ein Regenbogen (Bild: Caters News)

Die Sepien gehören, wie der Oktopus oder die Perlboote, zu den Tintenfischarten. Der Fisch hat acht Arme und zwei Tentakeln, mit denen er tasten und schmecken kann. Er kann zwischen 15 und 50 Zentimeter groß und bis zu 10 Kilogramm schwer werden. Sepien leben in milden, tropischen Gewässern, zum Beispiel in Afrika, Australien, aber auch zum Teil im Mittelmeer; sie ernähren sich von kleinen Fischen, Krabben und Würmern und sind meist auf dem Meeresboden zu finden.

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Sepia-Fische sind farbenblind - welch Ironie (Bild: Caters News)

Farbenspiel des Meeres

Untereinander kommunizieren die Tiere mit Hilfe indem sie ihre Körperhaltung, die Struktur ihrer Haut, wie auch ihre Farbe ändern – und das obwohl Sepien farbenblind sind. Stattdessen haben sie feine Fasern auf der Oberfläche, die mit Tinte gefüllt sind und auch zur Tarnung dienen. Diese Fasern brechen das Licht in einem 90-Grad-Winkel, sodass es polarisiert wird.

Einfach nur wunderschön: das Farbenspiel der Tintenfische. (Bild: Caters News)

Zwar können Sepien nicht die dadurch entstehenden Farben sehen, aber sie nehmen die Polarisierung wahr. Seinen Regenbogenschimmer setzt der Sepia-Fisch unter anderem ein, um Weibchen für die Paarung anzulocken.

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Auch wenn die Tiere selbst nicht sehen können, wie magisch sie im Meerwasser erstrahlen, wir Menschen können es – und kommen aus dem Staunen meist nicht mehr heraus.

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