Naturkatastrophen verursachten 2017 weltweit Gesamtschäden von 274 Milliarden Euro

Unwetterschäden in Oberstdorf

Naturkatastrophen haben nach Angaben des Rückversicherers Munich Re 2017 weltweit Schäden in Höhe von 330 Milliarden Dollar (274 Milliarden Euro) verursacht. Dies sei einschließlich der nicht versicherten Schäden die zweithöchste jemals registrierte Summe für Naturkatastrophen insgesamt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Teurer war demnach nur das Tohoku-Erdbeben von 2011 in Japan mit einem Gesamtschaden von 354 Milliarden Dollar.

Vor allem die Wirbelstürme "Harvey", "Irma" und "Maria" im Westatlantik bescherten der Versicherungswirtschaft im vergangenen Jahr Rekordschäden: Voraussichtlich rund 135 Milliarden Dollar müssen Versicherer für die Hurrikane und weitere Naturkatastrophen wie etwa ein schweres Erdbeben in Mexiko aufbringen. Das ist nach Angaben des Rückversicherers "mehr als je zuvor".

Torsten Jeworrek, Vorstand von Munich Re, geht davon aus, dass diese Wetterkatastrophen "einen Vorgeschmack auf die Zukunft" geben. "Unsere Experten erwarten künftig häufiger solche extremen Ereignisse", erklärte er.

So brachte Hurrikan "Harvey" Ende August um die Stadt Houston im US-Bundesstaat Texas sintflutartige Regenfälle, die sich der Versicherung zufolge "statistisch gesehen bisher seltener als einmal in tausend Jahren ereignen". Mit einem Gesamtschaden von rund 85 Milliarden Dollar war "Harvey" deshalb die teuerste Naturkatastrophe 2017.

In Asien dauerte die jährliche Monsunzeit mit ihren eigentlich dringend benötigten Regenfällen 2017 rund vier Wochen länger als üblich. Allein in Südasien kamen etwa 2700 Menschen ums Leben.

In Europa verursachten ungewöhnlich tiefe Temperaturen im April in der Landwirtschaft Milliardenschäden, weil nach einem warmen Jahresbeginn die Pflanzen stark ausgetrieben hatten. Solche Ereignisse könnten sich der Rückversicherung zufolge in Zukunft durch den Klimawandel häufiger ereignen.