Naturkatastrophen lassen Versicherer wackeln – Talanx und Hannover Rück unter Druck

Nikolas Kessler
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Naturkatastrophen lassen Versicherer wackeln – Talanx und Hannover Rück unter Druck

Die jüngsten Hurrikans in der Karibik und Teilen der USA sowie das schwere Erdbeben in Mexiko lassen bei den Versicherungskonzernen Talanx und Hannover Rück die Gewinnziele wackeln. Die Aktien der beiden Unternehmen gehören nam Donnerstagmorgen zu den größten Verlierern im MDAX.

Die Zerstörungen durch Hurrikan "Maria" und das Erdbeben in Mexiko stellen die Gewinnziele des Versicherers Talanx und seiner Tochter Hannover Rück in Frage. Je nach Höhe der Schäden könnte die Hannover Rück ihren geplanten Jahresgewinn von mehr als einer Milliarde Euro verfehlen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mit. Auch der Mutterkonzern Talanx, dem gut 50 Prozent der Hannover Rück gehören, zweifelt nun an seinem Gewinnziel von rund 850 Millionen Euro.

Beide Unternehmen betonten jedoch, dass eine Dividendenzahlung auf Vorjahresniveau aus heutiger Sicht unverändert möglich sei.

Belastung durch Naturkatastrophen steigt

Zwar seien die Schäden durch die Wirbelstürme „Harvey“ und „Irma“ noch nicht vollständig bezifferbar, beide Versicherer gehen aber davon aus, dass sie im Rahmen ihrer Großschadenbudgets in Höhe von 825 Millionen Euro (Hannover Rück) beziehungsweise 818 Millionen Euro (Talanx) liegen werden.

Die jüngsten Naturkatastrophen Hurrikan „Maria“ und das schwere Erdbeben in Mexiko, zu dem noch keine detaillierten Schadensmeldungen vorliegen, könnten laut einer Unternehmensmitteilung der Hannover Rück „zu weiteren substanziellen Belastungen führen, die das Großschadensbudget übersteigen würden.“ Ähnlich äußerte sich am Donnerstagmorgen auch Talanx. Bereits in der Vorwoche hatte Munich Re seine Ergebnisprognose wegen der hohen Schäden durch Naturkatstrophen in Zweifel gezogen.

Bessere Alternative

Talanx und Hannover Rück stehen derzeit nicht auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR – ein Einstieg drängt sich aktuell auch nicht auf. Bei Munich Re können investierte Anleger weiterhin an Bord bleiben. Favorit in der Branche ist jedoch die Allianz – hier können Anleger weiterhin zugreifen und auf den bevorstehenden Ausbruch über das 15-Jahres-Hoch setzen.