Invasive Tiere: Dieser Neuberliner produziert Gift

Schmalflügliger Pelzbienenölkäfer (Sitaris muralis)

Er ist mit etwa einem Zentimeter ziemlich klein, schwarz-braun gefärbt und erst einmal unscheinbar. Vom Süden aus breitet er sich seit Beginn der 90er-Jahre innerhalb Deutschlands aus. Vor zwei Jahren wurde er erstmals in Potsdam und im Grunewald gesichtet – die Rede ist vom Schmalflügeligen Pelzbienen-Ölkäfer. Käferforscher Johannes Lückmann geht davon aus, dass es mittlerweile weitere Exemplare des seltenen Ölkäfers in Berlin gibt.

Der Biologe möchte die Ausbreitung des Insekts weiterverfolgen und bittet darum, ihm entsprechende Beobachtungen und Funde per E-Mail an sitaris@t-online.de mitzuteilen. "Er ist neben dem Seidenbienen-Ölkäfer der einzige sich in Deutschland ausbreitende Ölkäfer und hat eine außergewöhnliche Vermehrungsstrategie", sagt Lückmann. Das Insekt entwickelt sich parasitisch in den Nestern von Pelzbienen. Nahe dieser legen die Weibchen ihre Nestpakete ab. Die Ende September bis Anfang Oktober schlüpfenden Larven überwintern regungslos im Schutze der klebrigen Eihüllen.

Eine weitere Besonderheit des "Sitaris muralis", so der wissenschaftliche Name des Insekts, ist seine Produktion des Reiz- und Nervengifts Cantharidin. "Das Anfassen ist aber völlig ungefährlich, ebenso wie der Käfer im Allgemeinen", sagt Lückmann. Auffindbar ist er bis Mitte September vor allem an regengeschützten Stellen wie unter Balkonen oder in Eingängen von Häusern.

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