Natur - Natur: Fasziniert von den nützlichen Insektenjägern

Zipfelmützen-Kita an der Slabystraße ist Gastgeberin eines Hornissenvolks - Nest...

Wusch! Schon wieder schwirrt eine Hornisse aus dem Nest, das die Insekten in den Hohlraum des Baumes auf dem Gelände der Kita "Zipfelmützen" an der Slabystraße 1 gebaut haben. Alle paar Sekunden geht das hier so; es herrscht ein Kommen und Gehen, ein Treiben wie im Taubenschlag - nur eben mit Hornissen statt Tauben. Für die 40 Kinder der Einrichtung zwischen zwei und sechs Jahren sind die imposanten Insekten mit ihrem großen, gelb-braunen Körper eine Attraktion. Der Bereich vor dem Baum direkt an der Grundstücksmauer zur Slabystraße hin ist zwar mit einem rot-weißen Flatterband abgesperrt, damit sich niemand unbeabsichtigt nähert. Aber im Grunde genommen wissen die Kinder: Die tun nix - solange man sie nicht reizt oder mit hektischen Annäherungen irritiert. So bewundern sie das Naturschauspiel der Hornissen, die aus nächster Nähe martialisch aussehen, in respektvoller Distanz.

"Mir ist das Nest nach den Sommerferien aufgefallen", erzählt Brigitte Kempe, die Leiterin des Kindergartens. "Aber einige Kinder haben gesagt, dass die Hornissen schon länger da sind." Was ein Mädchen und ein Junge, die sich mit der Leiterin und dem "Kölner Stadt-Anzeiger" das Nest anschauen, stürmisch bestätigen. Zuerst hatte die Kita vorsichtshalber die Feuerwehr benachrichtigt. Aber ein Vater, der beim Naturschutzbund (Nabu) arbeitet, konnte das Team beruhigen, dass von den Tierchen keine Gefahr ausgeht: Sie sind im Allgemeinen sehr friedfertig und fühlen sich auch nicht, wie Wespen, von süßen Lebensmitteln angezogen. Zudem sind sie nützliche Insektenjäger; ein ausgewachsenes Hornissenvolk vertilgt bis zu ein Pfund Fliegen, Bremsen, Spinnen und Raupen am Tag. Die Legenden im Volksmund über die Gefährlichkeit der Tiere ("sieben Hornissen töten ein Pferd, drei einen Menschen") sind widerlegt. Falls sie wirklich mal stechen sollten, habe ihr Stich keine schlimmen Folgen.

In den fünf Wochen seit Ende der Sommerferien ist niemand aus der Kita gestochen worden. "Und ein angenehmer Nebeneffekt war, dass wir im Sommer keine Wespen auf dem Gelände hatten, denn Wespen und Hornissen vertragen sich nicht", so Kempe schmunzelnd. Daher sind die eleganten Insekten die Stars der 1995 gegründeten Einrichtung, die auch sonst auf naturnahe Pädagogik und Draußen-Spielen viel Wert legt. "Wir haben ohnehin ein sehr naturbelassenes Grundstück mit großem Garten. Wir freuen uns über die Ameisen und sehen ihnen bei der Arbeit zu, und haben auch schon mal ein Haus für Eichhörnchen gebaut", erläutert Kempe.

Ein Hornissennest zu entfernen scheitert darüber hinaus daran, dass die Art unter strengem Naturschutz steht. Die Bestände scheinen sich jedoch in letzter Zeit wieder etwas zu erholen - auch in Köln. "Aus meiner ganz persönlichen Anschauung sind sie mehr geworden: In der Nähe vom Thurner Hof und im Wald bei Gut Leidenhausen etwa gibt es Hornissenneste", hat Betina Küchenhoff vom Umweltamt der Stadt Köln beobachtet.

Momentan beginnen die Jungköniginnen des Hornissenstaates auszuschwärmen und sich ein Winterquartier zu suchen; so leert sich das Nest langsam. Der Hornissenstaat wird noch ein paar Wochen bestehen - bis die letzten Arbeiterinnen abgestorben sind. Die jungen Königinnen buddeln sich während des Winters in den Boden ein, um im Frühjahr aufzuwachen, Eier zu legen und ihren eigenen Staat zu gründen. Ein verlassenes Hornissennest wird allerdings nicht wieder bezogen.

NATUR

Zipfelmützen-Kita an der Slabystraße ist Gastgeberin eines Hornissenvolks - Nest in Baumhöhle auf Areal gebaut

Wusch! Schon wieder schwirrt eine Hornisse aus dem Nest, das die Insekten in den Hohlraum des Baumes auf dem Gelände der Kita "Zipfelmützen" an der Slabystraße 1 gebaut haben. Alle paar Sekunden geht das hier so; es herrscht ein Kommen und Gehen, ein Treiben wie im Taubenschlag - nur eben mit Hornissen statt Tauben. Für die 40 Kinder der Einrichtung zwischen zwei und sechs Jahren sind die imposanten Insekten mit ihrem großen, gelb-braunen Körper eine Attraktion. Der Bereich vor dem Baum direkt an der Grundstücksmauer zur Slabystraße hin ist zwar mit einem rot-weißen Flatterband abgesperrt, damit sich niemand unbeabsichtigt nähert. Aber im Grunde genommen wissen die Kinder: Die tun nix - solange man sie nicht reizt oder mit hektischen Annäherungen irritiert. So bewundern sie das Naturschauspiel der Hornissen, die aus nächster Nähe martialisch aussehen, in respektvoller Distanz.

"Mir ist das Nest nach den Sommerferien aufgefallen", erzählt Brigitte Kempe, die Leiterin des Kindergartens. "Aber einige Kinder haben gesagt, dass die Hornissen schon länger da sind." Was ein Mädchen und ein Junge, die sich mit der Leiterin und dem "Kölner Stadt-Anzeiger" das Nest anschauen, stürmisch bestätigen. Zuerst hatte die Kita vorsichtshalber die Feuerwehr benachrichtigt. Aber ein Vater, der beim Naturschutzbund (Nabu) arbeitet, konnte das Team beruhigen, dass von den Tierchen keine Gefahr ausgeht: Sie sind im Allgemeinen sehr friedfertig und fühlen sich auch nicht, wie Wespen, von süßen Lebensmitteln angezogen. Zudem sind sie nützliche Insektenjäger; ein ausgewachsenes Hornissenvolk vertilgt bis zu ein Pfund Fliegen, Bremsen, Spinnen und Raupen am Tag. Die Legenden im Volksmund über die Gefährlichkeit der Tiere ("sieben Hornissen töten ein Pferd, drei einen Menschen") sind widerlegt. Falls sie wirklich mal stechen sollten, habe ihr Stich keine schlimmen Folgen.

In den fünf Wochen seit Ende der Sommerferien ist niemand aus der Kita gestochen worden. "Und ein angenehmer Nebeneffekt war, dass wir im Sommer keine Wespen auf dem Gelände hatten, denn Wespen und Hornissen vertragen sich nicht", so Kempe schmunzelnd. Daher sind die eleganten Insekten die Stars der 1995 gegründeten Einrichtung, die auch sonst auf naturnahe Pädagogik und Draußen-Spielen viel Wert legt. "Wir haben ohnehin ein sehr naturbelassenes Grundstück mit großem Garten. Wir freuen uns über die Ameisen und sehen ihnen bei der Arbeit zu, und haben auch schon mal ein Haus für Eichhörnchen gebaut", erläutert Kempe.

Ein Hornissennest zu entfernen scheitert darüber hinaus daran, dass die Art unter strengem Naturschutz steht. Die Bestände scheinen sich jedoch in letzter Zeit wieder etwas zu erholen - auch in Köln. "Aus meiner ganz persönlichen Anschauung sind sie mehr geworden: In der Nähe vom Thurner Hof und im Wald bei Gut Leidenhausen etwa gibt es Hornissenneste", hat Betina Küchenhoff vom Umweltamt der Stadt Köln beobachtet.

Momentan beginnen die Jungköniginnen des Hornissenstaates auszuschwärmen und sich ein Winterquartier zu suchen; so leert sich das Nest langsam. Der Hornissenstaat wird noch ein paar Wochen bestehen - bis die letzten Arbeiterinnen abgestorben sind. Die jungen Königinnen buddeln sich während des Winters in den Boden ein, um im Frühjahr aufzuwachen, Eier zu legen und ihren eigenen Staat zu gründen. Ein verlassenes Hornissennest wird allerdings nicht wieder bezogen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta