Nato-Staaten geben mehr für Verteidigung aus

dpa-AFX

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Nato-Staaten haben ihre Verteidigungsausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 2,25 Prozent gesteigert. Die Vereinigten Staaten werden dabei nach Bündnisprognosen auch im laufenden Jahr mit 616 Milliarden US-Dollar (ca. 540 Milliarden Euro) wieder mehr als doppelt so viel Geld für das Militär ausgeben wie die europäischen Verbündeten und Kanada zusammen (299 Milliarden Dollar, etwa 262 Milliarden Euro). Das geht aus einer Statistik hervor, die die Nato am Donnerstag in Brüssel veröffentlichte.

Das längerfristige Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auszugeben, erreichen 2017 wohl nur sechs Nato-Staaten: Die USA, Griechenland, Estland, Großbritannien, Rumänien und Polen. Deutschland liegt nach Nato-Berechnungen aktuell bei 1,22 Prozent des BIP.

Über die Verteidigungsausgaben gibt es unter den Nato-Partnern seit Monaten offenen Streit. US-Präsident Donald Trump fordert, dass alle Bündnispartner spätestens ab 2024 jährlich mindestens zwei Prozent des BIP für Verteidigung ausgeben. In der Bundesregierung wird das sogenannte Zwei-Prozent-Ziel der Nato allerdings anders interpretiert. Dort heißt es, es gehe lediglich darum, sich in Richtung der zwei Prozent zu entwickeln.