NATO: Bündnisfall auch bei Cyberattacke

Angesichts der jüngsten weltweiten Cyberattacke hat sich NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel zur Wehrbereitschaft des Bündnisses im digitalen Bereich geäußert.

Auf die Frage unseres Korrespondenten Andrei Beketov, wie er die jüngste Attacke einschätze und ob das Bündnis zusätzliche Maßnahmen ergreife, erklärte Stoltenberg:

“Wir verstärken die Cyber-Verteidigungskapazität innerhalb von NATO Netzwerken, aber wie helfen auch den Bündnispartnern ihre eigenen Kapazitäten zu stärken, und wir prüfen derzeit, wie sie sich integrieren lassen.

Außerdem haben wir beschlossen, dass auch eine Cyberattacke den Beistandsfall im Sinne des Artikel 5 auslösen kann.

Die jüngste Attacke scheint bisher nur kriminell motiviert zu sein – neben Privatpersonen waren hauptsächlich Banken und Supermärkte betroffen, die pro Einheit um 300 Dollar in Bitcoins erpresst wurden.

Für nationale Organisationen stellen derlei Attacken keine so große Gefahr dar, wie unser Experte, Professor Georges Ataya,

von der Solvay Brussels School for Business and Management erklärt:

“Streitkräfte und große Organisationen begegnen dieser Gefahr, in dem sie ihr Netzwerke ständig auf dem neuesten Stand halten. Bisher war dies ausreichend.”

Dass aber auch solche Attacken globale Auswirkungen haben können, zeigt der Fall AP Moller-Maersk: die größte Reederei der Welt meldete globale IT-Ausfälle, in unterschiedlichen Geschäftseinheiten.