Nach Knorr-Erkrankung: Minden-Boss klagt an

Tobias Wiltschek
·Lesedauer: 2 Min.

Die gute Nachricht zuerst.

Der Gesundheitszustand von Handball-Nationalspieler Juri Knorr hat sich zumindest nicht weiter verschlechtert. Das hat Frank von Behren, Sportgeschäftsführer von Knorrs Verein GWD Minden SPORT1 bestätigt.

"Er hat immer noch die üblichen Symptome Husten, Halsschmerzen und Kopfschmerzen. Aber das Fieber ist wenigstens etwas runtergegangen", sagte der ehemalige Nationalspieler.

Knorr befinde sich in Isolation und werde von seinen Eltern sowie seinem Hausarzt betreut, erklärte von Behren.

Von Behren: Knorr könnte vier Wochen ausfallen

Wann der 20-Jährige aber wieder trainieren kann, sei derzeit noch nicht seriös zu sagen. Von Behren kann sich aber nicht vorstellen, dass der Jung-Nationalspieler nach zehn Tagen schon wieder trainieren könne.

"Wir werden ihn auf Herz und Nieren prüfen. Ich denke aber, dass wir eher vier Wochen als zwei Wochen damit zu tun haben bei seinem Zustand. Denn er hat bis dato keinen so milden Verlauf", sagte der Vize-Europameister von 2002.

Dass die Handball-Bundesliga ihren Spielbetrieb nach vier Corona-Fällen in der Nationalmannschaft nicht ausgesetzt hat, sieht der 44-Jährige kritisch.

"Wir hätten in der Phase, in der das Virus noch hätte ansteckend sein können, einen Gang zurückschalten müssen. Das zeigen ja jetzt die Infektionen innerhalb der Inkubationszeit. Das sind ja etwa fünf bis sieben Tage", bemängelte von Behren bei SPORT1.

Und weiter: "Vor dem Hintergrund, dass einige Nationalspieler positiv getestet wurden, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Bosnien und Slowenien beispielsweise, hätte man etwas zurückschrauben können. Zumindest hätten die Nationalspieler isoliert werden müssen."

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Von Behren sieht Gefahr trotz Negativtests

Denn diese sind nach von Behrens Überzeugung auch mit negativen Testergebnissen eine potentielle Gefahrenquelle für ihre Teamkollegen in den Vereinen. "Wenn die Nationalspieler zurück ins Training gehen, ist eine weitere Übertragungsgefahr gegeben, obwohl negative Tests vorliegen", sagte er.

Den betreffenden Klubs müsse folglich die Möglichkeit gegeben werden, die Spiele zu verschieben.

Womit der Handball beim nächsten Problem wäre. Man wisse ja schon jetzt aufgrund der bereits verlegten Spiele nicht mehr, wie die Saison zu Ende gespielt werden könne, monierte der Mindener Geschäftsführer.

Eine Problematik, die durch die geplante WM im Januar noch verschärft werden könnte.

"Es stellt eine zusätzliche Gefahr dar, wenn Spieler aus aller Welt zusammenkommen", warnt von Behren. "Die WM stellt für die Bundesliga und alle anderen Ligen eine große Gefahrenquelle dar. Sie stellt für die Spieler eine große Gefahrenquelle dar." Da müsse ein Plan B her.

Doch den scheint es derzeit weder in der Bundesliga noch bei den großen internationalen Verbänden zu geben.