"Nationaler Impf-Ruck": Bundesregierung will Kampagne "lauter stellen"

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Jens Spahn will stärker die Trommel für die Impfung rühren (Bild: Daniel Karmann/Pool via REUTERS)
Jens Spahn will stärker die Trommel für die Impfung rühren (Bild: Daniel Karmann/Pool via REUTERS)

Die Bundesregierung will verstärkt bei Impfmuffeln für die Corona-Impfung werben, um möglichst wenig Krankheitsfälle im Herbst und große Immunität in der Bevölkerung zu erreichen.

Das Gesundheitsministerium will dafür die bestehende Impfkampagne "lauter stellen", wie ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin ankündigte. Unter anderem TV- und Radiospots sollten an diejenigen gerichtet sein, die über eine zweite Impfung oder über eine Impfung generell nachdenken.

"Auch wenn das Tempo noch hoch ist: Wir brauchen einen nationalen Impf-Ruck, um es im Juli und August weiter zu halten", schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch bei Twitter. "Das Impfen ist jetzt wirklich Teamaufgabe", betonte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Es gehe um "Team Deutschland", das zusammenstehe, um eine hohe Impfquote zu erreichen. Die als Schutz vor der ansteckenderen Delta-Virusvariante wichtigen vollständigen Impfungen steuern auf die Marke von 40 Prozent der Gesamtbevölkerung zu.

Einen Trend zu steigenden Corona-Inzidenzen sieht das Ministerium noch nicht. Die Entwicklung der Corona-Inzidenzen stagniere auf niedrigem Niveau, sagte der Sprecher. Für Trendbewertung sei der Beobachtungszeitraum zu klein. Erstmals seit Wochen war die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag leicht gestiegen. Sie schwankt seither um die 5.

Regierung mahnt Wachsamkeit an

In der Debatte um einen Wegfall der Corona-Beschränkungen erinnerte die Regierung an die Mahnung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wachsam gegenüber Corona zu bleiben. Die Menschen dürften sich nicht in Sicherheit wiegen und sollten behutsam lockern, zitierte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz die Bundeskanzlerin. Die Pandemie sei auf keinen Fall vorbei, betonte Fietz. Schutzmaßnahmen seien weiter notwendig.

Angesprochen auf die Forderung nach weitreichenden Öffnungen im Fall eines Impfangebots für alle durch Außenminister Heiko Maas (SPD) wies der Sprecher Spahns darauf hin, dass erst die zweite Impfung gegen Corona den vollen Impfschutz insbesondere bei der Delta-Variante gebe. Spahn hatte angekündigt, dass allen Erwachsenen bis Ende Juli die erste Impfung angeboten sein könne.

Angesichts steigender Inzidenzen auf Mallorca sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts, die Ressorts prüften die Entwicklungen stetig und gingen entsprechend der gültigen Richtwerte vor.

Video: Forderungen nach Ende der Corona-Maßnahmen mehren sich

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