"National Geographic"-Cover macht nachdenklich: So reagiert das Netz

Für seine aktuelle Juni-Ausgabe hat sich der “National Geographic“ etwas ganz Besonderes ausgedacht. Das Titelbild kriegt man nicht mehr so leicht aus dem Kopf – und das soll man auch nicht. Denn: Es soll zum Nachdenken anregen. Die Internetgemeinde ist jedenfalls hin und weg.

Es sieht aus wie ein Eisberg, der aus dem Ozean ragt. Doch in Wirklichkeit verbirgt sich dahinter etwas völlig anderes: eine riesige, im Meer treibende Plastiktüte. Zum neuen Cover des “National Geographic“ gibt es dann auch noch die aufrüttelnde Frage: “Planet oder Plastik?“

Die Illustration des mexikanischen Künstlers Jorge Gamboa namens “Iceberg Plástico“ ist zwar schon einige Jahre alt, die Botschaft dahinter jedoch wichtiger denn je. Der Künstler will damit vor den verheerenden Folgen des Plastikmülls warnen, der jährlich in die Meere geworfen werden. “Die 18 Milliarden Plastikteile, die jedes Jahr im Ozean enden, sind nur ‘die Spitze des Eisbergs’”, ist neben dem Titelbild zu lesen.

Wenn auf dem Cover doch bloß ein Eisberg zu sehen wäre – so wie hier (Bild: Getty Images)

Bei der bolivianischen Poster-Biennale 2017 gewann Gamboa dafür den ersten Preis in der Kategorie “Political or Social Posters“. Nun wird es auch im Netz gefeiert.

Kanadas Staatssekretär Gerald Butts schreibt: “Brillantes Cover“.

Filmemacherin Angela Sun findet, das Bild sei “eines für die Ewigkeit“.

“Eines der besten Cover, die ich gesehen habe“, so Autor David Moscrop.

“Wow, ich bin sprachlos“, schreibt ein weiterer User.

Thomas Patterson, Gründer des “Oregon Focus“, erzählt, dass seine kleine Tochter das Cover in der Post gesehen und es ihm sofort gebracht habe, mit der Bitte, ihr das als Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen. “Sehr starke Arbeit“, erklärt er.

Ein User hat dann aber doch noch etwas daran auszusetzen. “Bitte verpackt es nicht auf diese Weise“, fleht er.

“Mit dieser Juni-Ausgabe fangen wir an”, schreibt Vaughn Wallace, Senior Photo Editor beim “National Geographic“, der das Cover auf Twitter erst in Umlauf gebracht hatte, und versichert: “Wir haben die Plastikverpackung gegen Papier ausgetauscht.”