NASA schickt Weltraum-U-Boot zum Saturnmond Titan

Der Saturnmond Titan gilt als der erdähnlichste Himmelskörper des Sonnensystems. (Bild: AP Photo)

Die US-Raumfahrtbehörde NASA will in einer zukünftigen Mission ein U-Boot in das Weltall schicken, um die Tiefen der Gewässer auf dem Saturnmond Titan zu erforschen.

Der Titan ist mit einem Durchmesser von 5150 Kilometern der größte Mond des Planeten Saturn. Er ist einer der wenigen Himmelskörper im Sonnensystem, der, wie die Erde, mit großflächig mit Gewässern bedeckt ist. Allerdings handelt es sich auf dem Titan nicht um Wasser, sondern um Kohlenwasserstoffe wie beispielsweise extrem kaltes Methan.

Eine wissenschaftliche Arbeit, die in der Fachzeitschrift „Fluid Phase Equilibria“ veröffentlicht wurde, beschreibt den Forschungsstand um die geplante der NASA-Mission ausführlich.
Demnach geben besonders die thermodynamischen Verhältnisse auf dem Titan und die Ozeane den Wissenschaftlern zu denken. Die Löslichkeit von Stickstoff in verschiedenen Methan-Ethan-Zusammensetzungen und die Auswirkungen des aufgelösten Stickstoffes auf die Dichte der Gewässer steht dabei im Fokus der Forscher. Schließlich nehmen die Verhältnisse direkten Einfluss darauf, wie sich das U-Boot durch die Gewässer bewegen kann.

Ein Team von Wissenschaftlern des „HYdrogen Properties for Energy Research“-Labors der Washington State University simulierte außerdem die frostigen Temperaturen und den hohen Druck, dem ein Fahrzeug in den Ozeanen auf dem Titan standhalten müsste. Eine extrem gekühlte Testkammer mit flüssigem Stickstoff-Kohlenwasserstoff-Gemisch und gut vier Bar Druck diente den Forschern als Ersatz-Gewässer. Aber nicht nur das Fahrzeug selbst muss die Temperaturen und den Druck aushalten können: Es geht bei der Mission schließlich vor allem auch darum, Bildmaterial aufzeichnen zu können. Eine herkömmliche Kamera-Technik würde in der speziellen Umgebung auf dem Titan jedoch schlichtweg nicht überleben.

Als Lösung wurde nun ein an die Verhältnisse angepasstes Endoskop mit angeschlossener Kamera eingesetzt. Das starre Rohr des Endoskops dient dabei als erweitertes optisches Kontaktsystem. Die Linse selbst kann so vor den schwierigen Verhältnissen geschützt werden.

Für die Forscher gibt es noch einiges zu tun, doch ein wenig Zeit ist noch. Das U-Boot soll erst in circa 25 Jahren auf Tauchstation gehen.