NASA bestellt revolutionären Überschalljet: Das müssen Sie über "X-Plane" wissen

So könnte der neue Überschalljet „X-Plane“ aussehen. (Bild: NASA/Lockheed Martin)

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat bekannt gegeben, dass sie einen neuen Überschalljet in Auftrag gegeben hat. Das Besondere am „X-Plane“: Es soll die Schallmauer ohne Lärm durchbrechen können.

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin wurde schon vor einiger Zeit beauftragt, das Konzept eines solchen Jets zu erarbeiten. Bereits im Juni 2017 hatte die Raumfahrtbehörde ein erstes Design des Überschalljets vorgestellt, auch ein Test in einem Windkanal verlief damals erfolgreich. 247,5 Millionen Dollar erhält der Rüstungskonzern von der NASA, um bis Ende 2021 einen Prototyp des „X-Plane“ fertigzustellen.

Wie die NASA auf einer Pressekonferenz bekannt gab, wird das Flugzeug knapp 29 Meter lang sein – kürzer also als die heutigen mittelgroßen Verkehrsmaschinen, wie etwa die populäre Boeing 737. Es soll in knapp 17 Kilometern Höhe eine Geschwindigkeit von rund 1500 Kilometern pro Stunde erreichen.


Überschallreisen sind in Reichweite. Wir freuen uns, weiterhin mit der NASA zu arbeiten, um kommerzielle Überschallreisen zu verwirklichen.

Der Jet soll dank neuartiger Technologien beim Durchbrechen der Schallmauer aber nur einen Ton erzeugen, der gerade mal so laut wie das Zuschlagen einer Autotür sei. Die NASA gab an, dass Lockheed Martin an einer neuen Flugzeugform arbeitet, die den Überschallschock in kleine Einheiten zerlegt – so kann der bekannte Knall verhindert werden.

Sobald der Prototyp fertig ist, will die NASA weitere Tests durchführen. Doch die US-Raumfahrtbehörde ist nicht das einzige Unternehmen mit diesem Vorhaben: Neben Lockheed Martin arbeitet derzeit auch das US-Unternehmen Boom an einem 55-sitzigen Überschalljet.

Von 1976 bis zum 2003 flog bereits ein Überschall-Passagierflugzeug: die schlanke Concorde, deren wichtigste Strecke damals die von Paris nach New York war. Nur etwa drei Stunden brauchte das Flugzeug damals für die Strecke – die Hälfte der Zeit, die reguläre Passagierflugzeuge benötigen. Die Fluggesellschaft British Airways hatte den Betrieb nach einem tragischen Unfall im Jahr 2000 sukzessive eingestellt.