Namibia: Streit um Zuwendungen aus Deutschland

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Die Einigung zwischen Namibia und Deutschland über Zuwendungen wegen in der Kolonialzeit an den Herero und Nama begangenen Verbrechen hat in der Nationalversammlung in Windhoek eine hitzige Debatte ausgelöst. Die namibische Regierung will, dass von den Zahlungen alle Namibier profitieren, nicht nur die Nachfahren der Herero und Nama. Die Opposition sieht das anders.

Esther Muinjangue von der Oppositionspartei NUDO (National Unity Democratic Organisation) erklärt: "Sie sagen, auch andere Namibier hätten gelitten, - das stimmt. Denn in der Zeit der deutschen Besatzung herrschte Krieg. Aber während dieser Zeit geschah ein Völkermord. Deshalb weisen wir die Einigung zurück, denn sie richtet sich nicht eigens an die betroffenen Gruppen."

Die Gespräche zwischen Windhoek und Berlin zur Ratifizierung des Abkommens hatten sechs Jahre gedauert. Neben einem Schuldeingeständnis erklärt sich Berlin bereit, in den nächsten 30 Jahren 1,1 Milliarden Euro für Projekte zu zahlen, die allen Namibiern zugute kommen sollen.

Muinjangue sagt: "Entschädigung, das sollte doch zumindest den Familien der Opfer ermöglichen, die Position in der Gesellschaft zu erreichen, die sie gehabt hätten, wenn es keinen Völkermord gegeben hätte. Es geht doch bei Entschädigung darum, was diese Menschen verloren haben. Es geht um Land, um Besitz, um Identität und Kultur."

Anfang der Woche demonstrierten gut 400 Angehörige der beiden Volksgruppen vor dem Parlament in Windhoek gegen die Einigung mit Deutschland.

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