Nakagami: "Crutchlow wirkt aggressiv, aber in Wirklichkeit ..."

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 2 Min.

Drei Jahre lang war Takaaki Nakagami im Team von Lucio Cecchinello der Teamkollege von Cal Crutchlow. Speziell zu Beginn war der Brite eine große Hilfe für den Japaner. Schritt für Schritt machte Nakagami Fortschritte und wurde im Laufe dieser drei Jahre immer stärker.

"Vor allem in meiner ersten Saison war er eine große Hilfe. Er hat mir während der Saison geholfen", erinnert sich Nakagami an 2018 zurück. Damals schaffte er es nur einmal in die Top 10 - beim Saisonfinale in Valencia.

"Er hat immer darauf geachtet, wie ich mich von der Moto2 auf die MotoGP umstelle. Er hat immer geschaut, wie es mir geht. Nach einigen Monaten habe ich realisiert, dass er nicht mehr über ernsthafte Dinge spricht, sondern Witze macht", lacht der Japaner.

"Im Fernsehen wirkt er sehr aggressiv, aber in Wirklichkeit ist er sehr sensibel. An den Daten kann ich sehen, dass er ein sehr ausbalancierter Fahrer ist. Marc ist etwas aggressiver, weshalb er schwierig zu kopieren ist. Cal fährt nicht Marcs Stil und ist einfacher zu kopieren."

"Er ist sehr stark auf der Bremse und am Kurvenausgang. Ich habe mir immer angeschaut, wie er das Motorrad aufrichtet. In diesem Jahr hatte er etwas Mühe, aber ich habe mir immer seine Daten angesehen."

In seiner ersten Saison sammelte Nakagami 33 WM-Punkte, in seiner zweiten 74 und in seiner dritten 116. Gleichzeitig baute Crutchlows Performance auch wegen diverser Verletzungen zusehends ab.

"Obwohl er in diesem Jahr langsamer war als ich, war er am Kurvenausgang meistens schneller als ich", hält Nakagami fest. "Das habe ich versucht zu kopieren." Auch auf menschlicher Seite herrschte in der LCR-Box eine gute Atmosphäre.

Weitere Artikel:

Cal Crutchlow: "Hätte mit meinem Talent nicht mehr erreichen können" "Ich bereue nichts": Wie Cal Crutchlow auf zehn Jahre MotoGP zurückblickt

"Ich mag seinen Charakter. Er macht immer Witze. Manchmal ist es schwer zu verstehen, ob er das ernst meint oder nicht. Es war toll, diese Zeit mit ihm verbracht zu haben. Wir haben eine gute Beziehung. Es ist schade, dass er Honda verlässt und zu Yamaha wechselt. Hoffentlich hat er eine gute Zukunft. Ich wünsche ihm alles Gute."

Im nächsten Jahr bekommt Nakagami mit Alex Marquez einen neuen Teamkollegen. Technisch gibt es ein Upgrade, denn Nakagami muss nicht mehr mit dem 2019er-Modell fahren. Alle vier Honda-Fahrer im Feld werden das neueste Material zur Verfügung haben.

Mit Bildmaterial von LAT.