Nahles will Fünf-Punkte-Plan für höhere Löhne vorstellen

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) fordert einen "Pakt für anständige Löhne". Sie wolle dazu am Donnerstag gemeinsam mit Familienministerin Katarina Barley und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (beide SPD) in Mainz einen Fünf-Punkte-Plan vorstellen, sagte Nahles in einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagsausgabe).

Die SPD wolle beispielsweise "helfen, einen Tarifvertrag für die sozialen Berufe auf den Weg zu bringen". Es sei ungerecht, dass die unteren 40 Prozent der Einkommensgruppen seit 1995 keine Reallohnsteigerungen mehr erhalten hätten.

Viele Menschen in Deutschland machten sich wegen zu geringer Löhne Sorgen um ihre Alterssicherung, sagte Nahles. Die Rentensicherung sei ein zentrales Thema der SPD. Mit dem SPD-Konzept eines garantierten Rentenniveaus von 48 Prozent gebe es "auch nach 2030 kein sinkendes Rentenniveau und der Anstieg der Beiträge wird gedeckelt". Dies bedeute für einen Durchschnittsverdiener 150 Euro mehr Rente im Monat. Die Union nehme dagegen ein Absinken des Rentenniveaus auf 43 Prozent in Kauf. Um die steigenden Kosten der Rente zu finanzieren, könnten "mehr Steuermittel herangezogen werden".

Über ihre politischen Ambitionen nach der Bundestagswahl sagte die SPD-Politikerin, sie würde gerne Arbeitsministerin bleiben. Spekulationen, sie wolle im Falle einer Wahlschlappe der Sozialdemokraten den Partei- oder Fraktionsvorsitz übernehmen, bezeichnete sie als "Quatsch".