Nagelsmann mit Liebeserklärung an den FC Bayern

SPORT1
·Lesedauer: 3 Min.
Nagelsmann mit Liebeserklärung an den FC Bayern
Nagelsmann mit Liebeserklärung an den FC Bayern

Am Ende ging alles ganz schnell. Inzwischen steht fest, Julian Nagelsmann wird im Sommer den FC Bayern übernehmen.

"Heute früh um zehn Uhr" habe er die Mannschaft informiert, berichtete der Noch-Leipzig-Trainer am Dienstag auf der Pressekonferenz zu seinem Abschied von den Sachsen.

Es sei extrem schnell gegangen. "Es musste einen Konsens geben für beide Seiten. Den gibt es jetzt und deshalb wird das meine Zukunft. Den Konsens gab es gestern im Laufe des Tages zwischen den Klubs und mir", sagte der 33-Jährige.

"Es waren kurze Gespräche, keine langen Verhandlungs-Runden, weil keine Zeit war. Ich habe, aus Verpflichtung meinem jetzigen Klub gegenüber, darauf gedrängt, dass es schnell geht", erklärte Nagelsmann.

"Ich habe telefonisch mit mehreren Bayern-Verantwortlichen gesprochen. Das waren auch gute Gespräche. Es wurde grundsätzliches Interesse besprochen, dann sind die Berater ins Detail gegangen. Es dauerte nicht lange, von Sonntag bis Montagfrüh war die Einigung erzielt. Also recht kurz und schmerzlos."

Nagelsmann: Nur für Bayern verlasse ich Leipzig

Die Entwicklung, die die Trainer-Personalie in München genommen hat, habe auch ihn überrascht. "Der Wechsel nach zwei Jahren war nicht geplant. Da spielen mehrere Seiten mit rein: Die Entwicklung bei Bayern mit Hansi war damals nicht vorhersehbar", machte Nagelsmann deutlich und machte seinem neuen Klub regelrecht eine Liebeserklärung.

"Ich habe schon gesagt: Es gab auch die eine oder andere Anfrage von anderen Klubs. Ich habe Oli gesagt, dass ich den Vertrag nicht für andere beenden möchte - sondern nur für diesen einen. Das Gesamtpaket ist etwas besonderes."

Auch RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff betonte, es sei Nagelsmanns "Lebenstraum", den FC Bayern zu trainieren.

Angst vor der Aufgabe habe Nagelsmann nicht. "Man hat Respekt vor jeder Aufgabe. Das war damals bei Hoffenheim und Leipzig genau so. Ich bin nicht ängstlich, noch schlafe ich ganz gut", sagte der ehemalige Hoffenheim-Coach.

Er habe den Leipziger Verantwortlichen auch klar gemacht, dass er es akzeptieren würde, wenn es keine Einigung geben sollte. Daher habe seine Entscheidung auch nichts mit Vertragsbruch zu tun.

Zoff zwischen Flick und Brazzo: "Habe von meiner Mama gelernt..."

Auch zum Zoff zwischen Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic, der es Nagelsmann überhaupt erst ermöglicht, Bayern-Trainer zu werden, äußerte sich der junge Trainer, wenn auch nur ungern.

"Es ist schwer, zu bewerten. Das steht mir auch nicht zu. Ich habe da nicht nachgefragt. Ich habe mal von meiner Mama gelernt: Wenn sich zwei Kinder im Kindergarten streiten, misch dich nicht ein. Ich war nicht beteiligt, deswegen kann ich dazu auch nichts sagen. Ich glaube, Ruhe ist für jeden Klub wichtig. Das wird mein Ziel in München sein."

Der CHECK24 Doppelpass am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Sportliche Ziele wurden nach Nagelsmanns Angaben mit den Bayern-Verantwortlichen dagegen nicht vereinbart. "Über die Ziele haben wir nicht viel gesprochen. Dafür gab es keine Zeit. Aber wie die Zielsetzung bei Bayern München aussieht, kann sich jeder ausmalen. Der maximale Erfolg ist der Anspruch."

An diesem Anspruch muss sich Nagelsmann nun messen lassen.