Ein nagelneues Tesla Model S Plaid ging während der Fahrt in Flammen auf und sperrte den Fahrer ein

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Nach monatelanger Vorfreude begann Tesla im Juni mit der Auslieferung seines bisher schnellsten und teuersten Autos – dem 130.000 US-Dollar teuren Model S Plaid. Nur wenige Wochen aber, nachdem der Autobauer die Limousine bei einer Veranstaltung in seiner Fabrik in Fremont, Kalifornien, vorgestellt hatte, ging eines der Fahrzeuge am Dienstag in einem Vorort der US-Metropole Philadelphia in Flammen auf. Das erklärte ein Anwalt des Besitzers der US-Ausgabe von „Business Insider“.

Mark Geragos, geschäftsführender Gesellschafter der Anwaltskanzlei Geragos & Geragos, sagt, dass sein Mandant in seinem brandneuen Model S Plaid unterwegs gewesen sei, als er zunächst Rauch und dann Feuer bemerkte. Sein Mandant habe dann Schwierigkeiten gehabt, die Türen zu entriegeln – schließlich habe er sich aber aus der Limousine befreien können. Das Model S Plaid sei etwa 25 bis 30 Meter weiter die Straße hinuntergerollt, bevor es vollständig in Flammen aufging, so Geragos. Den Namen seines Mandanten, der das Fahrzeug erst am Samstag in Empfang genommen habe, wollte der Anwalt auf Nachfrage nicht nennen.

Das Auto verwandelte sich „in einen Feuerball“

„Er hat es irgendwie geschafft, aus der Tür zu kommen. Und kurz nachdem er herauskam, verwandelte sich das Auto in einen Feuerball“, sagt Geragos. Sein Mandant habe das Auto in keiner Weise beschädigt, der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Anwalts „völlig spontan“. Ob sein Mandant rechtliche Schritte gegen Tesla plane, wollte Geragos nicht sagen. Er forderte das Unternehmen auf, das einfarbige Model S von der Straße zu nehmen, bis der Vorfall untersucht ist.

In einem inzwischen gelöschten Facebook-Beitrag beschrieb die Freiwillige Feuerwehr von Gladwyne detailliert ihre Reaktion auf das Feuer, das sich am Dienstag gegen 21 Uhr Ortszeit ereignete. Die Ersthelfer ließen fast 90 Minuten lang Wasser auf den Akku laufen, um ihn abzukühlen, so die Erklärung. Drei Stunden hätten die beiden Feuerwehrteams am Einsatzort verbracht, sagt Charles McGarvey, Brandmeister der Feuerwehr im Lower Merion Township, dem Nachrichtensender „CNBC“. Der Besitzer des Autos will den Vorfall unabhängig untersuchen lassen, um die Brandursache herauszufinden, so McGarvey. Sein Feuerwehrteam habe außerdem in Kontakt mit Tesla gestanden.

Weder die Freiwillige Feuerwehr noch der Brandmeister des Lower Merion Township wollten einen Kommentar abgeben. Auch Tesla reagierte nicht auf eine entsprechende Anfrage.

Studien zufolge brennen E-Autos nicht öfter als Verbrenner

Schon zuvor hatten Tesla-Fahrzeuge bei Kollisionen oder nach Krafteinwirkung auf die Unterseite des Fahrzeugs Feuer gefangen. Unter dem Fahrzeug befindet sich die Batterie, die überhitzen kann, wenn das Kühlsystem beschädigt wird. Allerdings fangen auch benzinbetriebene Autos nach Unfällen häufig Feuer – und einige Studien zeigen, dass Elektrofahrzeuge nicht öfter brennen als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Ungewöhnlich ist jedoch, dass einige Teslas gelegentlich anscheinend völlig spontan Feuer fangen – in einem Parkhaus oder am Straßenrand beispielsweise. Besonders bemerkenswert ist, dass es sich in diesem Fall um ein Vorzeigemodell des Herstellers handelt, das erst wenige Tage zuvor überhaupt auf die Straßen gerollt war. Einige frühere Vorfälle betrafen hingegen ältere Modelle.

Es ist natürlich möglich, dass der Besitzer die Unterseite des Autos unwissentlich beschädigt hat und dass das Feuer vom Dienstag nicht auf ein größeres Problem hindeutet.

US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit untersucht Tesla-Brände seit 2019

Im November stieß ein Model S in Texas plötzlich Flammen aus „wie ein Flammenwerfer“, so der Besitzer zur „Washington Post“. Und im Jahr 2019 hat sich ein Model S in einem Parkhaus in Shanghai anscheinend spontan entzündet. Vorfälle dieser Art haben die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA), die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit dazu veranlasst, 2019 eine Untersuchung zu den Tesla-Bränden einzuleiten.

Auf Anfrage teilte die NHTSA mit, dass sie mit den relevanten Behörden und Autobauer Tesla in Kontakt stehe, um Informationen über den Vorfall vom Dienstag zu sammeln. Die Behörde sagte, sie werde Maßnahmen ergreifen, „wenn Daten oder Untersuchungen zeigen, dass ein Defekt oder ein inhärentes Sicherheitsrisiko besteht“.

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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