NAFTA-Verhandlungen: Diese 2 Aktien sollte man im April beachten

Motley Fool Investmentanalyst

Anfang März hat die kanadische Regierung einen  erfolgreichen Vorstoß unternommen, um sich von den  Stahl- und Aluminiumzöllen der Regierung Trump zu befreien. Mexiko und Australien wurden ebenfalls Ausnahmen gewährt, aber bisher sind die europäischen Verbündeten bei ihren Bemühungen, das Weiße Haus zu beeinflussen, gescheitert. Der kanadischen Regierung wurden die erfreulichen Nachrichten letzte Woche  überreicht.

US-Präsident Donald Trump sagte, er werde versuchen, die Zölle ohne Ausnahmen für Kanada und Mexiko durchzusetzen, wenn die NAFTA-Verhandlungen bis zum 1. Mai keine zufriedenstellenden Fortschritte machen. Diese offensichtliche Verhandlungstaktik erhöht den Einsatz für die nächste Runde der NAFTA-Gesprächen, die am 8. April in Washington, D.C. beginnen sollen. Seit Januar gibt es Diskussionen zwischen amerikanischen, kanadischen und mexikanischen Beamten, die darauf hindeuten, dass die Gespräche im Jahr 2018 recht gut verlaufen sind.

Letzte Woche ließ die amerikanische Regierung auch die Forderung nach 50 % US-Autoteilen fallen. Der kanadische Botschafter in den USA, David MacNaughton, sagte am 20. März, die Gespräche seien die positivsten seit Beginn der Verhandlungen gewesen. Auch der kanadische Premierminister Justin Trudeau war in den letzten Interviews recht optimistisch beim Thema NAFTA.

Linamar Corporation (WKN:905977), der zweitgrößte Hersteller von Autoteilen in Kanada, war ein wichtiges Unternehmen, das diesen Prozess begleitet hat. Die Aktien von Linamar stiegen um 21 %, als das Unternehmen Anfang dieses Monats die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr veröffentlichte, und der Umsatz erreichte 2017 einen Rekordwert von 6,5 Milliarden US-Dollar. Die Nachricht vom Kompromiss bei den Autoteilen war eine gute Nachricht für Linamar. Das Unternehmen macht etwa ein Drittel seines Geschäfts in den USA, was bedeutet, dass Linamar mit Komplikationen konfrontiert gewesen wäre, wenn die Forderungen der USA zum Tragen gekommen wären.

Die Linamar-Aktie fiel am 27. März um 1,92 %. Gute Nachrichten haben den Aktienkurs in letzter Zeit beflügelt, aber die jüngste Volatilität aufgrund steigender Zinsen und der Angst vor globalen Handelsspannungen hat zu einem Abwärtsdruck geführt. Die NAFTA-Vereinbarung, die im Frühjahr abgeschlossen werden soll, würde einen großen Beitrag dazu leisten, die Stimmung der Investoren zu entspannen und der Automobilindustrie Klarheit zu verschaffen.

Stelco Holdings (WKN:A2H64R) ist ein Stahlunternehmen mit Sitz in Hamilton. Die Aktie von Stelco wurde auf ein Allzeithoch von 28 US-Dollar getrieben, nachdem die kanadische Ausnahmeregelung gemeldet wurde, aber sie ist seitdem stark gefallen. Am 27. März sank die Aktie um 2,76 %. Stelco erzielte auch im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2017 gute Ergebnisse. Der Umsatz stieg im Jahr 2017 um 23 % auf 1,6 Milliarden US-Dollar und das bereinigte EBITDA um 145 % auf 216 Millionen US-Dollar.

Die kanadischen Stahlaktien wie Stelco und Tree Island Steel warten gespannt auf die Ergebnisse der Gespräche im April. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Durchbruchs zu diesem Zeitpunkt?

Auf einem Wirtschaftsforum sagte der Chefökonom der Bank of Montreal Douglas Porter voraus, dass „eine abgemilderte NAFTA-Regelung“ das wahrscheinlichste Ergebnis in diesem Jahr sei. Er gab eine 50-prozentige Chance, dass sich die Parteien auf eine „Zombie-NAFTA“ einigen würden, die bereits im nächsten Jahr neu verhandelt werden könnte.

Die bevorstehende Mitte der Amtszeit in den USA rückt immer näher, und Präsident Trump ist dafür bekannt, die Performance des Aktienmarktes als Barometer für seine eigene Performance zu nutzen. Aufgrund der chinesisch-amerikanischen Handelsspannungen, die die globalen Märkte in letzter Zeit beschäftigt haben, ist es wahrscheinlich, dass Trump und die Republikaner ein positives Ergebnis vor den Wahlen anstreben.

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Dieser Artikel wurde von Ambrose O'Callaghan auf Englisch verfasst und am 28.03.2018 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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