Nachtsicht: Berliner Clubs: Zwischen Himmel und Hölle, Detox und Ekstase

"Partys betäuben mich, nur das Loch danach ist die Hölle!"

Auf der Suche nach Fotos finde ich im Keller bloß Fremdscham. Die vor mir selbst. Im Alter von 14 bis 17 habe ich in ein rosa Buch mein Leben geschrieben. Nichts davon ist, seien Sie da sicher, zitierfähig. Aber damit Sie verstehen, wer ich damals war – oder zu sein glaubte – wo mein Anfang im Nachtleben liegt, in meiner "Nachtsicht", skizziere ich an dieser Stelle kurz.

Ich, ein Partymäuschen, das seine Erfüllung im Ausgehen finden wollte. Das war ich. An nur einem Wochenende war ich in drei Clubs. Manchmal in einer einzigen Nacht. Ich war tussig, mit sehr viel schwarzem Kajalstift. Enge Hüftjeans, High Heels. Perlenohrringe und geliehene Louis-Vuitton-Tasche, die mir meine Eltern niemals hatten kaufen wollen. All das sollte mich reif wirken lassen, so hoffte ich.

Durch die Begleitung 20-jähriger Erics und Bastis dachte ich, nachts einen gewissen Kompetenzzuschuss zu erlangen. Dabei sah ich noch mit 16 aus wie 13. Den Typen mit Führerschein, die ihren Arm um mich legen durften, war das egal. Rein und unbefleckt schien mein Wesen – reizvoll genug.

Als Gleichaltrige anfingen, auszugehen, war ich längst Frührentnerin

Ich habe früh mit diesem vermeintlich erwachsenen Leben begonnen. Und mit dieser Form genauso früh wieder aufgehört. Als Gleichaltrige anfingen, auszugehen, war ich längst Frührentnerin – abgeklärt, wichtigtuerisch, wenn auch nicht asketisch.

Meine Hochphase verbrachte ich im 90°, Annabells und Felix. Dorthin würde man mich heute nicht mal mehr für Geld kriegen. Überteu...

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