Nachteulen könnten ein höheres Risiko für einen frühen Tod haben

Es gibt genetische und umweltbedingte Einflüsse, die bestimmen, ob Sie eine Nachteule oder ein Frühaufsteher sind. [Bild: Pexels]

Sie schlafen um Punkt 22 Uhr ein und wachen mit Leichtigkeit frühmorgens auf?

Oder bleiben Sie lieber lange auf und hassen es, wenn der Wecker morgens klingelt?

Wenn Sie zu Letzteren gehören, dann haben wir schlechte Nachrichten: Sie könnten ein höheres Risiko für einen frühzeitigen Tod haben als die Frühaufsteher.

Wissenschaftler untersuchten eine Population von fast einer halben Million Briten und fanden heraus, dass über einen Zeitraum von sechs Jahren Nachteulen ein um zehn Prozent höheres Sterberisiko hatten als Frühaufsteher.

Das Ergebnis blieb auch nach der statistischen Kontrolle erwarteter gesundheitlicher Probleme – wie Herzerkrankungen und Stoffwechselstörungen – bei Nachteulen gleich.

Aber statt sich selbst zu zwingen, früh ins Bett zu gehen und früh aufzustehen, sagen die Wissenschaftler, die Gesellschaft müsse sich ändern und sie fordern Arbeitgeber dazu auf, ihren Angestellten flexiblere Arbeitszeiten anzubieten.

Nachteulen könnten davon profitieren, wenn sie sich morgens Licht aussetzen. [Bild: Pexels]

Die Studie, die in der Fachzeitschrift Chronobiology International veröffentlicht wurde, wertete Daten aus der UK Biobank – wo medizinische und genetische Informationen von 500.000 Briten im Alter zwischen 40 und 69 hinterlegt sind – aus und fand heraus, dass diejenigen, die abends lange auf bleiben, öfter psychische Erkrankungen, Diabetes und neurologische Erkrankungen haben.

In Zusammenhang damit stehen auch zu wenig Sport und Schlaf, Stress, Essen zu falschen Zeiten sowie die Einnahme von Drogen und Alkohol.

Dr. Kristen Knutson, eine der Wissenschaftlerinnen des Teams an der Northwestern University in Chicago, USA, sagte zur „Huffington Post”: „Nachteulen, die versuchen, in einer Lerchen-Welt zu leben, müssen mit Konsequenzen für ihren Körper rechnen.“

„Sie sollten nicht gezwungen werden, für eine Acht-Uhr-Schicht aufzustehen. Schichtzeiten sollten an die Chronotypen der Menschen angepasst sein. Manche Menschen könnten besser für Nachtschichten geeignet sein.“

Der britische Co-Autor Professor Malcom von Schantz von der University of Surrey stimmt zu: „Das ist ein großes allgemeines Gesundheitsproblem und darf nicht länger ignoriert werden.“

„Wir sollten darüber diskutieren, es Nachttypen zu ermöglichen, später mit der Arbeit zu beginnen und aufzuhören – wo immer es möglich ist.“

„Und es braucht noch mehr Forschungen dazu, wie wir Nachttypen helfen können, mit den größeren Anstrengungen umzugehen, ihre biologische Uhr mit den Sonnenstunden synchron zu halten.“

Sollten Arbeitnehmer flexiblere Arbeitszeiten anbieten? [Bild: Pexels]

Die Forscher erklärten, dass Frühaufsteher ihre biologische Uhr besser an den natürlichen Licht-Rhythmus anpassen können – also an den Sonnenauf- und -untergang – und Nachteulen könnten eine biologische Uhr haben, die nicht mit ihrer Umgebung übereinstimmt.

Sie kamen auch zum Schluss, dass genetische Veranlagungen und die Umwelt gleichermaßen beeinflussen können, welcher Typ man ist.

Wenn Sie nicht auf Ihren Arbeitgeber warten können, dann sollten Sie versuchen, Ihren Rhythmus zu ändern. Dr. Knutson empfiehlt, dass Nachteulen sich früh morgens Licht aussetzen sollen, aber nicht in der Nacht.

Sie sollten auch versuchen, ihre Schlafenszeiten diszipliniert einzuhalten und Jobs früher am Tag erledigen als sie auf später zu verschieben.

Dr Knutson fügte hinzu: „Man ist nicht verloren. Einen Teil davon kann man nicht kontrollieren, aber einen anderen Teil könnte man kontrollieren.“

Alice Sholl