Einbruch im Kölner Dom: Videokamera filmte Flucht der Täter

Die Polizei sucht nach einer neuen Spur, wie die Täter in den Dom gelangten.

Der erste Teil ihres Plans läuft für die Einbrecher offenbar wie geschmiert: Irgendwann vor zwei Uhr am Montagmorgen knacken sie die gläserne Eingangstür zur Turmbesteigung des Südturms, schräg gegenüber dem Domhotel. Sie steigen die Wendeltreppe hinauf, brechen unterwegs zwei weitere Türen auf und gelangen in die Werkstatt der Dombauhütte. Dort hebeln sie mehrere Schränke auf und nehmen Werkzeug heraus.

Um 2.02 Uhr jedoch springt eine Alarmanlage an –  warum und wodurch die genau ausgelöst wird, ist noch unklar. Wohl in Panik lassen die Täter einige Werkzeuge fallen, einen Werkzeugkoffer aber nehmen sie mit. Auf Bildern einer Überwachungskamera ist  zu sehen, wie sie um 2.05 Uhr im Laufschritt aus der Glastür  davon laufen. Einer hat einen Werkzeugkoffer in der Hand, den die Polizei später auf dem Roncalliplatz findet.

Fall gibt Rätsel auf

Erst 13 Minuten später, um 2.18 Uhr, sieht ein Sicherheitsmitarbeiter die Bilder auf einem Monitor. Weitere acht Minuten später, um 2.26 Uhr, ruft er die Polizei. Die Beamten kommen schnell, sie umstellen den Dom und durchsuchen ihn mit Spürhunden „vom Keller bis zum Dach“, wie Polizeisprecher Christoph Gilles sagt. Aber sie finden keine weiteren Verdächtigen.

Zu den Rätseln dieses Falls zählt bislang nicht nur, warum der Sicherheitsdienst die Täter nicht eher bemerkte. Auch die Frage, was die Männer überhaupt in der Werkstatt wollten, ist Ermittlern wie Kirchenmitarbeitern schleierhaft. „Wir haben ja schon vieles im und um den Dom erlebt“, sagt Medienreferent Markus Frädrich. „Aber dass jemand hier einbricht, um Werkzeug zu stehlen, das ist doch höchst ungewöhnlich.“ Sobald man wisse, was und wie es genau abgelaufen sei, werde man auch prüfen, ob bei den Sicherheitsmaßnahmen alles so funktioniert habe, wie es sein sollte.

Polizei sucht Zeugen

Am Montagvormittag sicherte der Erkennungsdienst Einbruchsspuren. Beamte stellten Werkzeuge und Funkgeräte der Dombauhütte sicher, die die Täter auf der Flucht zurückgelassen hatten. Ob die Bilder der Überwachungskamera sich für eine Öffentlichkeitsfahndung eignen, steht noch nicht fest. Vorerst sucht die Kriminalpolizei (Telefon 0221/229-0) Zeugen, die die Einbrecher gesehen haben: Einer trug ein helles Muskel-Shirt mit einem Aufdruck vorn, Jeans und helle Turnschuhe. Der andere war bekleidet mit einer schwarzen Jacke, Jeans und hellen Turnschuhen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta