Nachruf: Zum Tod von Andreas Schmidt: Ein echtes Berliner Original

Am Ende schien Andreas Schmidt noch hagerer als sonst. Bis zuletzt hat der Schauspieler gegen seine schwere Krebserkrankung angekämpft

Schräges Gesicht, hagere Statur, abstehende Ohren und eine kieksende Stimme: So wird man kein Filmstar. Und wenn man doch Schauspieler wird, dann landet man in der Schublade für die Fiesen und Bösen. So das Klischee. Andreas Schmidt hat bewiesen, dass es auch anders geht. Er hat sich mit seiner extrem glaubwürdigen, bodenständigen Art in die Herzen der Zuschauer gespielt. Als Sympathieträger, wenn auch als manchmal recht spilleriger. Nun ist er am Donnerstag gestorben. Nach langer, schwerer Krankheit, wie seine Agentin am Freitag bekannt gab. Er wurde nur 53 Jahre alt.

Bis zuletzt hat er gespielt und so gegen den Krebs gekämpft

Schmidt war Berliner durch und durch. Er ist zwar im sauerländischen Heggen geboren, aber aufgewachsen ist er im Märkischen Viertel von Berlin. Noch zu Mauerzeiten, als die Trabantenstadt noch nicht durch das ländliche Drumherum erträglicher wurde. Schmidt lebte dort unter prekären sozialen Bedingungen, wie er selbst einmal eingestanden hat. Er hat teilweise Hunger leiden und sich mit Prügeleien durchsetzen müssen. Aber dann hat er zu Büchern gefunden. Und festgestellt, "dass es Menschen gibt, die in der Lage sind, sich aus ähnlichen Nöten rauszuschreiben". Seine Gedanken in Büchern wiederzufinden, das habe ihn gerettet, habe ihn "mit der Welt versöhnt".

Zunächst hat er Germanistik und Philosophie studiert, belegte dann aber diverse Schauspiel- und Regieseminare und begann auf kleinen Bühnen in Mannheim, Dortmund und schließlich auch in Berlin. Ironischer...

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