Von alten Hasen und neuen Gesichtern - das Berlinale Update zum Bergfest

Wenn Valentinstag und das Bergfest der diesjährigen Berlinale auf einen Tag fallen, dann muss das gebührend gefeiert werden. Und was könnte passender sein, als Hollywood-Lady Meryl Streep für ihr Lebenswerk auszuzeichnen und die neuen aufstrebenden Shooting-Stars Europas vorzustellen. Berlin stand mal wieder Kopf:

 

Shooting-Stars 2012: Seit 1998 werden auf der Berlinale aufstrebende Filmschauspieler Europas mit dem Shooting-Star Award ausgezeichnet. Ziel ist es, sie ins Licht der Medien zu rücken und ihnen die Möglichkeit zu bieten, Kontakte mit Produzenten und Regisseuren aufzubauen. Und was für ein Sprungbrett dieser Award sein kann, beweisen die namenhaften Preisträger der letzten Jahre: Daniel Craig, Rachel Weisz, Jürgen Vogel oder auch Franka Potente. Es lohnt sich also sich die Shooting-Stars 2012 mal genauer anzuschauen: Riz Ahmed (Großbritanien), Jakub Gierszał (Polen), Hilmar Guðjónsson (Island), Max Hubacher (Schweiz), Bill Skarsgård (Sweden),  Antonia Campbell-Hughes (Irland), Adèle Haenel (Frankreich), Anna Maria Mühe (Deutschland), Isabella Ragonese (Italien) und Ana Ularu (Rumänien). Und ja, Bill Skarsgård gehört zur erfolgreichen schwedischen Schauspieler-Familie Skarsgård. Als Sohn von Stellan („Verblendung – The Girl with the Dragon Tattoo“) und Bruder von Alexander („Melancholia“), Gustav („The Way Back – Der lange Weg zurück“) und Valter („Detaljer“ ) stehen seine Chancen sicher gut, dass er die Leinwand im Sturm erobern wird.  

 

Goldener Ehrenbär: Standing Ovations vor und im Berlinale Palast. Das Publikum feierte am Dienstagabend Meryl Streep bei der  Gala-Vorstellung ihres neuen Films „Die Eiserne Lady“. Außerdem wurde die 62-Jährige für ihr Lebenswerk mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet. Schauspielkollege und Freund ihres Sohnes Jake Gyllenhaal konnte sich glücklich schätzen, denn er durfte die Laudatio halten. Als Kind und Freund von Streeps Sohn Henry habe er mächtig Angst vor ihr gehabt, verriet der 31-Jährige. Das Publikum lachte und Jake setzte noch einen drauf: Der Film „Der Teufel trägt Prada“, in dem Streep eine unausstehliche Magazinchefin spielt, habe schreckliche Erinnerungen bei ihm ausgelöst. Nach den kleinen Stichelleien wurde Jake Gyllenhaal ein wenig ernster: „Sie ist eine außergewöhnliche Mutter und genauso eine außergewöhnliche Schauspielerin.“ Weil sie beide Rollen fantastisch gemeistert hat, sei sie aus seiner Sicht eine Ikone. Eine Ikone mit Humor, sagen wir. Denn bevor sie sich sichtlich gerührt für die Auszeichnung für ihr Lebenswerk bedankte, konterte sie auf Jakes Anmerkungen: „Er hatte einen schlechten Einfluss auf meinen Sohn!“

 

Von jungen Erwachsenen: Davon erzählt die neue tragische Komödie von Jason Reitman. In „Young Adult“ zeigt er das Leben nach der High-School und wie uns diese Phase des Lebens noch Jahre danach begleitet und uns der Stempel der Zeit auch mit 37 nicht loslässt. In der Hauptrolle Charlize Theron, die leider nicht zur Berlinale gekommen ist. „Young Adult“ ist großartig inszeniert und toll gespielt. Vor allem Charlize überzeugt als ehemalige High-School-Queen, die im Leben der Erwachsenen noch nicht angekommen ist. Sie ertränkt ihren Frust in Alkohol und trauert einer unbeschwerten Zeit hinterher, die es für sie so nicht mehr geben wird und eine Liebe, die lange erloschen ist. Doch der Weg des Erwachsenwerdens ist steinig. Ein Film, in dem sich jeder ein Stück weit wiedererkennen wird.

 

Er liebt die Herausforderung: Der Held des chinesischen Wettbewerbsfilms „The Flowers of War" heißt Christian Bale. Er ist einer der wandelbarsten Schauspieler Hollywoods und er liebt die Herausforderung. Wenn er eine Rolle annimmt, dann mit vollem Einsatz. Für eine Figur hungert er, verbringt täglich Stunden im Fitness-Studio oder lernt sogar eine neue Sprache. Für seine aktuelle Rolle in „Flowers of War“ musste er sich in eine für ihn völlig neue Kultur einfinden. „Ich freue mich sehr, dass ich daran beteiligt war. Es ist für mich ein wahres Erlebnis verschiedene Kulturen kennenzulernen und auch China zu erleben. Von den chinesischen Schauspielern, mit denen ich zusammengespielt habe, habe ich viel mehr gelernt als erwartet“, so Bale auf der Pressekonferenz.

 

Aufgeklärt: Für die Presse öffnen sich zwar sehr viele Türen auf der Berlinale. Aber wenn die aufgehen, dann heißt es auch für Journalisten und Filmkritiker warten, warten, warten. Also ganz egal, welchen wichtigen Ausweis man um den Hals hängen hat, gewartet wird immer: Für Tickets, Einlass, Events. Die Berlinale – Ein Fest, bei dem man Ausdauer braucht.