Kölner Stimmen zum Diesel-Skandal: Enorme Wertverluste für verärgerte Besitzer

Die Verbraucher wenden sich von den Diesel-Wagen ab.

Nicht alle Autofahrer bleiben einen Tag nach dem Diesel-Gipfel so gelassen wie André Hannesfahr (43): Am Donnerstagmorgen hat er sich für 900 Euro neue Bremsen in seinen Volvo V 70 einbauen lassen, ein Diesel aus dem Jahr 2004. Die Vereinbarungen von Politik und Autoherstellern beeindrucken ihn wenig: „Wenn die Autos trotz Software-Nachrüstung noch zu viel Stickoxid ausstoßen, dann müssen sie eben raus aus den Städten. Schließlich lebe ich auch hier und atme Kölner Luft ein.“

Insgesamt sind die Diesel-Kunden aber ziemlich verärgert, wie Gerrit Cegielka von der Verbraucherzentrale beobachtet hat. „Zu recht: Die Ergebnisse des Gipfels sind eine Frechheit, die Verbraucher sind schlichtweg getäuscht worden.“ Die Kunden hätten dennoch wenig Chancen auf Entschädigung: Da es keine Sammelklagen in Deutschland gebe, müssten sie einzeln vor Gericht gegen den Hersteller ziehen und den Mangel geltend machen: „Das kostet viel Zeit und Geld“, so Cegielka.

Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach geht nun von „enormen Wertverlusten“ für die Verbraucher aufgrund des Abgasskandals aus.

„Diesel werden verschleudert“

Der Kölner Seat-Händler Patrick Wrede vom Autohaus Wrede am Bonner Wall hat täglich mit unzufriedenen Kunden zu tun: Regelmäßig sieht er, wie ihnen die Kinnlade herunterklappt, wenn es um das Geschäft geht. „Für einen alten Diesel mit Euro-Norm 3 oder 4 gibt es nicht mehr als 2000 bis 3000 Euro. Die Diesel werden regelrecht verschleudert.“ Kein Wunder also, dass die Neu-Kunden ausblieben.

Ein Minus von 30 Prozent hat Wrede in den vergangenen Jahren verbucht. Es könnte noch höher werden, denn der Händler vermutet, dass mit der Software-Umrüstung das Ende der Diskussionen um die Stickoxide nicht erreicht ist. „Auf lange Sicht ist es aus mit dem Diesel.“

„Die Ungewissheit ist unter den Kunden groß“

Auch Gebrauchtwarenhändler Mustafa Yedek, der sein Geschäft auf der Bergisch Gladbacher Straße führt, hat etwa 20 Prozent seiner Diesel-Kunden verloren. „Die Ungewissheit ist unter den Kunden groß.“ Trotzdem hofft er, dass mit der Entscheidung vorerst Ruhe auf dem Markt einkehrt. „Man kann ja nicht wirklich Millionen Autos von den Straßen nehmen.“

Händler wie das Kölner Audi-Zentrum Mitte gehen dagegen in die Offensive und versuchen Kunden an sich zu binden: Bei einer Inspektionen erhielt der Braunsfelder Kunde Damian P. ein Angebot für einen kostenlosen Autocheck, wenn er einen Vertrag beim Händler für zwei Jahre unterschreibe. Die monatlichen Vertragsgebühren sollten von 35 auf 15 Euro verringert werden, für die Zeit der Inspektion erhalte der Kunde ein Ersatzfahrzeug beziehungsweise teilweise eine Kostenerstattung für Bahnfahrten....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta